e.l.f. Cosmetics erweitert seine Markenstrategie um ein weiteres Entertainment-Format: Mit „Mirror Mix“ veröffentlicht die Beauty-Marke ihr zweites eigenes Compilation-Album. Sieben aufstrebende Artists sind beteiligt, darunter Brasko, Flau’jae Johnson, Hello Sister, Joaquina, Mamii, NEZZA und Sadie Rose Van. Gleichzeitig wird die venezolanische Singer-Songwriterin Joaquina neue Markenbotschafterin.
Das Album erscheint auf Spotify, Apple Music und Amazon Music. Die Tracks sollen außerdem in e.l.f. UP! auf Roblox verfügbar sein. Für den 30. September 2026 ist zusätzlich ein gemeinsames Genius Open Mic mit Live-Publikum angekündigt.
Musik wird zum wiederkehrenden Markenformat
„Mirror Mix“ ist Teil von e.l.f. Made, der Entertainment-Sparte der Marke für Musik, Sport, Gaming und weitere Kulturformate. Damit geht e.l.f. über einen einzelnen Celebrity-Deal hinaus und baut ein wiederkehrendes Content-System auf.
Ähnliche Ansätze sind auch bei anderen Marken zu sehen. Coach verbindet „Live Your Story“ mit Spotify, Events und Gen-Z-Communitys. Gap versucht mit seiner „Fashiontainment“-Strategie rund um Boyband JYT, Unterhaltung ebenfalls stärker in die Markenführung einzubauen.
Joaquina wird gleichzeitig Brand Ambassador
Besonders eng ist die Verbindung bei Joaquina. Laut e.l.f. ist sie die neueste Markenbotschafterin. Ihr Song „Ya No Estoy“ entstand in Zusammenarbeit mit e.l.f. und der Agentur CROING und soll zugleich als zweite Single ihrer neuen musikalischen Phase dienen.
Damit wird die Marke nicht nur Absender einer Kampagne, sondern Teil der Produktion und Distribution. Für Creator- und Influencer-Marketing ist das relevant: Co-Creation kann mehr Glaubwürdigkeit erzeugen als eine reine Platzierung, wenn die kreative Rolle der Beteiligten klar bleibt.
Streaming, Roblox und Live-Content greifen ineinander
Die Distribution ist bewusst plattformübergreifend angelegt. Streamingdienste liefern Reichweite, Roblox schafft einen interaktiven Touchpoint und das Genius Open Mic erzeugt zusätzliches Live- und Social-Material.
Im Beauty-Bereich zeigt auch Sephoras TikTok-Shop-Strategie mit exklusiven Drops und Creator-Lives, wie Marken Plattformmechaniken, Creator und Commerce miteinander verzahnen.
Nach Unternehmensangaben erzielte das erste e.l.f.-Album von 2024 mehr als 500.000 Spotify-Streams und 10 Millionen YouTube-Aufrufe. Diese Zahlen stammen von e.l.f. selbst und sind nicht unabhängig auditiert, erklären aber, warum die Marke das Format fortsetzt.
Was Marketer daraus mitnehmen können
Drei Punkte sind besonders relevant:
- Entertainment funktioniert stärker als System denn als Einzelstunt. Wiederkehrende Formate schaffen mehr Anschlussflächen für Social, Streaming und Community.
- Co-Creation kann stärker sein als klassisches Sponsoring. Wenn Künstler an echten Inhalten mitarbeiten, wird die Marke Teil des Formats statt nur dessen Absender.
- Plattformen sollten unterschiedliche Rollen übernehmen. Streaming liefert Reichweite, Roblox Interaktion und Live-Formate zusätzlichen Content.
Für e.l.f. ist „Mirror Mix“ damit weniger ein Musikprojekt neben dem Kerngeschäft als ein weiterer Baustein einer Markenstrategie, die Beauty mit Entertainment und Community verbindet.
