SAMY übernimmt die US-Social- und Influencer-Agentur Get Engaged. Der Deal kombiniert Bargeld und Anteile und wird von Medienberichten im niedrigen neunstelligen Bereich eingeordnet. Get Engaged bleibt als Marke bestehen und soll künftig als US-Arm von SAMY arbeiten.
Get Engaged bleibt als Marke und Führungsteam bestehen
Get Engaged wurde 2016 gegründet und beschäftigt heute mehr als 100 Mitarbeiter in Atlanta, New York, Nashville und Los Angeles. Zu den Kunden zählen unter anderem DoorDash, Sephora, Raising Cane's, Universal Music Group, EA und Perplexity.
Die drei Mitgründer Alex Dermer, Cam Fordham und Ben Hiott bleiben im Unternehmen. Dermer übernimmt den CEO-Titel. Laut ADWEEK behalten die Gründer zudem einen relevanten Anteil am kombinierten Unternehmen.
Fortune beschreibt die Transaktion als Deal im niedrigen neunstelligen Bereich. Damit läge der Wert bei mindestens 100 Millionen US-Dollar. Die genaue Summe wurde von den Unternehmen nicht offiziell veröffentlicht.
Warum der Deal für die Creator Economy relevant ist
Get Engaged ist auf Social-first-Kampagnen, Talent-Partnerschaften und Creator-Marketing spezialisiert. Zu den öffentlich sichtbaren Arbeiten gehören Social-Kampagnen rund um Alix Earle für Carl's Jr. sowie eine DoorDash-Kampagne mit 50 Cent vor dem Super Bowl.
Die Übernahme zeigt, dass Creator- und Social-Kompetenz für größere Agenturgruppen zunehmend als eigene Infrastruktur gehandelt wird. Marken bauen Creator-Content inzwischen häufiger als wiederverwendbaren Paid-Media-Baustein auf. Das zeigt auch der Fall Microsoft mit 42 Creatorn und 69 Assets in sechs Wochen.
Parallel entstehen spezialisierte Produktionsmodelle wie das UGC-Studio von Fat Earth. Auch das Upfront-Modell für Creator-Deals zielt darauf, Budgets und Inventar planbarer zu machen.
SAMY stärkt seine Position in den USA
SAMY wurde in Madrid gegründet und ist bereits in Europa, Nordamerika, Asien und Lateinamerika aktiv. Get Engaged bringt eine deutlich stärkere US-Präsenz und ein etabliertes Netzwerk aus Creatorn, Talents und Markenbeziehungen ein.
Für deutsche Marketer ist die Transaktion vor allem als Marktsignal interessant: Social-first-Agenturen werden nicht mehr nur als Produktionspartner bewertet. Daten, Creator-Netzwerke, Paid Social, Social Commerce und kulturelle Distribution werden zunehmend in größere Agenturplattformen integriert.
Das passt zu der breiteren Budgetverschiebung hin zu Social und Influencer. Campbell's etwa plant, einen großen Teil seines Working-Media-Budgets in digitale Kanäle inklusive Social Media und Influencer zu verlagern.
Was Marken daraus mitnehmen können
Die Transaktion ändert für deutsche Kampagnen kurzfristig wenig. Sie zeigt aber, wohin sich Agenturmodelle bewegen: Creator-Strategie, Content-Produktion, Paid Amplification und Social Commerce werden stärker unter einem Dach gebündelt.
Für Marken steigt damit der Druck, Creator-Programme nicht als einzelne Kooperationen zu behandeln. Entscheidend werden wiederholbare Produktionsprozesse, klare Nutzungsrechte, belastbare Messung und die Frage, wie Creator-Assets in Paid Media weiterverwendet werden.
