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Social Rocket

Australien erwägt Opt-out für Social-Media-Algorithmen

Australiens Regierung prüft, ob Nutzer Empfehlungsalgorithmen sozialer Netzwerke künftig aktiv ein- oder ausschalten können.

01.09.2026

Person hält ein Smartphone mit mehreren Social-Media-Apps auf dem Display
Foto: Julian / Unsplash

Australiens Regierung prüft, ob Nutzer von sozialen Netzwerken künftig Empfehlungsalgorithmen aktiv ein- oder ausschalten können. Sozialministerin Tanya Plibersek bestätigte, dass ein Opt-in- oder Opt-out-Modell derzeit als Teil weiterer Maßnahmen zur Online-Sicherheit diskutiert wird.

Recommender-Systeme geraten stärker in den Fokus

Nach einem Bericht des Guardian verbindet die Regierung die Debatte mit der Frage, welchen Einfluss algorithmisch empfohlene Inhalte auf Jugendliche haben. Plibersek sagte im australischen ABC-Programm „Insiders“, dass Empfehlungsalgorithmen Jungen und Männern gewalttätige und frauenfeindliche Inhalte zuführen könnten. Die Regierung arbeite deshalb mit Gruppen zusammen, die ein Opt-in-Modell für solche Systeme fordern.

Ein konkreter Gesetzentwurf für einen Algorithmus-Schalter liegt bislang nicht vor. Entsprechend ist noch offen, welche Plattformen betroffen wären, ob ein chronologischer Feed als Alternative vorgeschrieben würde und wie weit eine mögliche Regel technisch reichen könnte.

Australien hat seine Plattformregulierung bereits in mehreren Bereichen verschärft. Seit Dezember gilt eine Social-Media-Mindestalterregel für unter 16-Jährige. Die Regierung plant außerdem weitere Arbeiten an einer digitalen Sorgfaltspflicht, die mehr Verantwortung für sichere Online-Produkte bei Technologieunternehmen verankern soll.

Warum das auch für Plattform-Marketing relevant ist

Ein verpflichtender Opt-out für Empfehlungsalgorithmen könnte langfristig auch die organische Distribution verändern. Viele Social-Media-Strategien beruhen darauf, dass Reels, Videos oder Posts über Empfehlungen Nutzer erreichen, die einem Account noch nicht folgen. Wenn ein relevanter Anteil der Nutzer einen nicht personalisierten Feed wählt, würde diese zusätzliche Reichweitenquelle zumindest teilweise anders funktionieren.

Noch handelt es sich jedoch um eine politische Prüfung und nicht um eine beschlossene Regel. Für Marken und Social-Media-Teams besteht deshalb aktuell kein unmittelbarer Handlungsbedarf.

Die Diskussion reiht sich in eine breitere Regulierung von Plattformen ein. Srocket hat zuletzt etwa über TikToks neuen DSA-Transparenzbericht und die EU-Nutzerzahlen berichtet. Auch die LinkedIn-Suche für Markeninhalte entstand vor dem Hintergrund europäischer Transparenzpflichten. Wer sich speziell mit Instagram beschäftigt, findet außerdem unseren Beitrag zur Sichtbarkeit von Like-Aktivitäten.

Quelle: The Guardian.