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KI statt großer Agentur? Was das Zwei-Personen-Modell von BaD Mktg wirklich zeigt

BaD Mktg arbeitet mit zwei Festangestellten, Freelancern und eigenen KI-Workflows. Ein Blick auf die tatsächlichen Abläufe, ungeprüfte Umsatzangaben und die Fragen für deutsche Agenturkunden.

Von Social Rocket Redaktion

Dieser Text wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Quellen sind unten verlinkt.

Symbolbild: Selbstständiger Mitarbeiter arbeitet am Laptop in einem kleinen Büro
Foto: Bench Accounting / Unsplash

Die kanadische Marketingagentur BaD Mktg arbeitet mit nur zwei festangestellten Partnern und setzt KI für Ideenentwicklung und interne Abläufe ein. Hinzu kommen freie Mitarbeitende je nach Auftrag. Der Fall, den Digiday am 13. Oktober 2026 vorstellt, zeigt ein mögliches Agenturmodell für kleinere Teams – aber keinen Beweis, dass künstliche Intelligenz eine komplette Zwölf-Personen-Agentur ersetzen kann.

Der produktivste KI-Einsatz ist nicht zwingend die fertige Werbung

Ian Buck und Yotam Dor setzen zwei Arten von KI-Unterstützung ein. In der Kreation werden Varianten, Storyboards und vorläufige Kampagnenentwürfe entwickelt. Daneben koordiniert ein internes Werkzeug namens Goodie unter anderem Informationen aus Arbeitsabläufen, Prioritäten und administrativen Prozessen. Im Digiday-Interview betont Buck, dass erfahrene Menschen aus vielen Vorschlägen auswählen und das Ergebnis bewerten.

Das entspricht einem Grundproblem generativer Kampagnenarbeit: 100 Ideen sind noch keine 100 brauchbaren Ideen. Der Nutzen entsteht, wenn Entwürfe früher sichtbar sind und ein erfahrenes Team die schlechten Optionen konsequent verwirft.

Ein weiterer Bericht über das Unternehmen, den BaD Mktg auf seiner Website dokumentiert, beschreibt den Einsatz animierter KI-Storyboards und den weiterhin genutzten Pool freier Spezialisten. Damit wird klar, dass „zwei Personen“ die Zahl der Festangestellten bezeichnet, nicht die Gesamtzahl aller am Kundenauftrag beteiligten Menschen.

Was die Umsatzgeschichte aussagt – und was nicht

Laut Angaben der Gründer im Digiday-Gespräch erzielte die 2023 gestartete Agentur über drei Jahre mehr als zwei Millionen US-Dollar Umsatz. Außerdem soll sich die Konzeptionsphase von rund sechs Wochen auf höchstens sechs Tage verkürzt haben. Unabhängig geprüfte Jahresabschlüsse, Projektkosten oder belastbare Vorher-nachher-Kontrollgruppen sind nicht veröffentlicht.

Daraus lassen sich weder eine branchenweite Produktivitätssteigerung noch die tatsächlichen Margen ableiten. Für die Wirtschaftlichkeit fehlen insbesondere Angaben zu Freelancer-Honoraren, Software, Revisionen, Kundenakquise und Gründerarbeitszeit.

Die Konsequenz für deutsche Agenturverträge

Bei kleineren KI-gestützten Teams werden drei Fragen besonders wichtig.

1. Wer erledigt die Arbeit? Das Vertragsmodell sollte offenlegen, welche Leistungen die Kernagentur übernimmt und wo externe Spezialisten oder KI-Dienstleister beteiligt sind. Größe allein ist kein Qualitätsmaßstab.

2. Was wird abgerechnet? Sinkender Zeitaufwand bedeutet nicht zwangsläufig niedrigere Projektpreise. Ein Festpreis kann für Auftraggeber planbar sein, wenn Qualität, Anzahl der Korrekturschleifen und Nutzungsrechte klar definiert sind. Dazu passt unsere Analyse zu KI-Kosten, Token-Audits und Agenturvergütung.

3. Wer schützt Kundendaten und Inhalte? Interne Prompts, Briefings und kreative Entwürfe können sensible Geschäftsdetails enthalten. Entscheidend sind die eingesetzten Anbieter, Zugriffsrechte, Vertraulichkeit und die vereinbarte Nutzung von Ergebnissen. Welche KI-Klauseln in Agenturverträgen sinnvoll sind, hängt daher stärker vom Workflow als vom Werbeversprechen ab.

BaD Mktg ist nicht allein mit dem Ansatz, KI als Betriebssystem und nicht nur als Bildgenerator zu verstehen: Liquid Death und Power Digital experimentieren mit KI-gestützter laufender Optimierung. Bei Agentur-Pitches bleiben Datenzugang und transparente Leistungskriterien zentral.

Fazit: Das relevante Signal ist nicht „zwei Menschen ersetzen zwölf“, sondern eine andere Kostenstruktur: erfahrene Verantwortliche, variable Spezialisten und automatisierte Routine. Ob ein Kunde damit bessere Werbung erhält, muss die Qualität und Wirkung seiner konkreten Kampagne zeigen – nicht die Zahl der eingesetzten KI-Tools.