Das Organisationskomitee der Olympischen und Paralympischen Spiele Los Angeles 2028 hat am 28. Oktober 2026 den Leitspruch „Stars Align“ und einen 60-sekündigen Kampagnenfilm vorgestellt. Der Clip verbindet Wahrzeichen der Stadt mit Sport und Musik der Red Hot Chili Peppers. Für Marken und Social-Teams ist die Botschaft vor allem deshalb interessant, weil LA28 bereits mehrere Wege aufbaut, sie bis 2028 mit Inhalten, lokalen Produkten und Veranstaltungen zu aktivieren.
Ein Film ist der Startpunkt, nicht die gesamte Kampagne
Laut der offiziellen Mitteilung von LA28 wird der Film über die eigenen Kanäle sowie über Kanäle der olympischen und paralympischen Bewegung verbreitet. Als musikalisches Motiv dient „Can’t Stop“ von den Red Hot Chili Peppers. Der Satz „Stars Align“ soll nicht nur bekannte Gesichter oder Hollywood symbolisieren, sondern auch das Zusammenkommen von Athleten, Freiwilligen und Gastgeberstadt.
Damit entsteht ein gemeinsamer kreativer Rahmen, der auf kurzen Social-Videos ebenso funktionieren soll wie bei offiziellen Veranstaltungen. Wie viele Menschen die neue Kampagne tatsächlich erreicht oder wie sie Einstellungen zur Veranstaltung verändert, hat LA28 bislang nicht belegt. Eine Veröffentlichung von Content ist keine Reichweiten- oder Wirkungsstudie.
Lokale Geschäfte und Fackellauf als zweite und dritte Ebene
Die eigentliche Marketingstrategie wird sichtbarer, wenn man zwei bereits angekündigte Maßnahmen danebenlegt. Am 20. Oktober eröffnete LA28 das Lizenzprogramm „Made for Two Eight“. Es soll Unternehmen aus Los Angeles County ermöglichen, offizielle Produkte zu entwickeln. Die Bewerbungsphase beginnt am 30. Oktober 2026; die ausgewählten Lizenzen sollen erst später vergeben werden. Das ist ein geplanter Vertriebskanal, keine bereits erzielte Merchandising-Bilanz.
Zudem soll der olympische Fackellauf 2028 alle 50 US-Bundesstaaten erreichen. Coca-Cola, JPMorganChase, Allstate und Xfinity sind als Partner genannt. Die Stationen schaffen potenziell lokale Anlässe für Berichterstattung, Creator-Inhalte und Partneraktivierungen. Die konkrete Route wird erst 2027 bekanntgegeben.
Die drei Bausteine – zentraler Film, lokale Produktwelt und reale Begegnungen – bedienen unterschiedliche Ziele. Das unterscheidet sie von einem isolierten Sponsoring-Spot. Warum die Verbindung aus Live-Erlebnis und digitaler Community eine eigene Messlogik braucht, zeigt auch unser Beitrag über Creator-Events und Community-Kennzahlen.
Was deutsche Marketingteams daraus ableiten können
Die Kampagne des Veranstalters darf nicht mit den Werbeaktivitäten einzelner TV-Rechteinhaber verwechselt werden: NBCUniversal präsentierte bereits im Februar eine eigene LA28-Promotion mit Kate Hudson. Diese bewirbt den US-Übertragungsweg, während LA28 die Identität des gesamten Events kommuniziert.
Für Sponsoren und andere Marken folgt daraus eine praktische Trennung der Messung: Social-Video-Reichweite, Teilnahme an Veranstaltungen, Nutzung lizenzierter Produkte und tatsächliche Verkäufe dürfen nicht zu einer einzigen Erfolgszahl verschmolzen werden. Unser Blick auf die NBA und die unterschiedliche Aussagekraft von Streaming- und Social-Reichweiten zeigt die gleiche Herausforderung. Wie hoch ein Sportrechte-Budget ausfallen darf, hängt letztlich von der zusätzlichen Wirkung ab – nicht allein von Sichtbarkeit, wie auch das Beispiel McDonald’s und FIFA-Sponsoring illustriert.
Die Olympischen Spiele sollen am 14. Juli 2028, die Paralympischen Spiele am 15. August 2028 beginnen. Bis dahin ist „Stars Align“ vor allem eine gemeinsame Erzählplattform mit noch offenem Wirkungsnachweis.
