Alle Zahlen im Text stammen aus dem Katalog-Index, Stand 01.09.2026.
Zwei Namen, ein Fingerabdruck
Kaum ein Panel füllt seinen Katalog selbst. Die meisten kaufen bei einem vorgelagerten Großhändler ein und legen darüber eine eigene Oberfläche, einen eigenen Namen und eine eigene Preisliste. Nach außen wirken zwei Panels dann wie zwei getrennte Anbieter. Im Katalog sehen sie oft wie eine einzige Quelle mit zwei Etiketten aus.
Dieser Vergleich bildet für jeden Eintrag ein Ähnlichkeitsprofil und misst je Panelpaar, wie viel des einen Katalogs sich im anderen wiederfindet. Wie viele Panels dieser Index insgesamt vergleicht, liegt bei 26; interessant ist nicht diese Zahl selbst, sondern wie viele Paare darin auffällig nah beieinanderliegen — und genau das misst der Fingerabdruck. Was dabei herauskommt, ist der deutlichste Hinweis, den dieser Datensatz auf die Struktur hinter dem Markt liefert.
Im aktuellen Datenstand ist ein Paar auffälliger als alle anderen: PureSMM und SocNet kommen auf eine Übereinstimmung von 100 %. Das ist keine Randnotiz. Zwei Kataloge, die sich zu diesem Anteil decken, verkaufen mit hoher Wahrscheinlichkeit dieselbe Ware unter zwei verschiedenen Namen.
Wie eine Übereinstimmung entsteht
Gemessen wird nicht der Markenname, sondern die Ware dahinter. Für jeden Katalogeintrag bilden wir ein Ähnlichkeitsprofil aus Namensmerkmalen, Service-Klasse, Mengengrenzen, Refill-Fenster, Lieferrhythmus und Zielgruppenangabe — und daraus je Panelpaar, wie viel des einen Katalogs sich im anderen wiederfindet.
Zwei Panels mit hoher Übereinstimmung müssen nicht dasselbe Unternehmen sein. Wahrscheinlicher ist ein gemeinsamer Vorlieferant: Ein Großhändler stellt einer Reihe von Wiederverkäufern denselben Servicekatalog bereit, jeder Wiederverkäufer legt eine eigene Oberfläche, einen eigenen Namen und eine eigene Preisliste darüber. Am Ende stehen zwei Zeilen im Index, die fast dieselbe Ware unter zwei verschiedenen Etiketten führen.
Diese Struktur ist im Geschäft mit Social-Media-Diensten die Regel und nicht die Ausnahme. Ein Reseller-Modell verlangt kein eigenes Liefernetz — nur eine Weboberfläche, eine Preisliste und einen API-Zugang zu einem größeren Katalog dahinter.
Woran man es selbst erkennt
Wer zwei Angebote vergleicht, kann einiges davon ohne Werkzeug sehen. Auffällig ist es, wenn zwei Panels für dieselbe Leistungsklasse fast wortgleiche Klammer-Zusätze im Namen führen, dieselben Mindest- und Höchstmengen setzen und dieselbe Formulierung für das Refill-Fenster verwenden. Gerade beim Refill lohnt sich zusätzlich der Blick darauf, ob die Zusage nur im Titel steht oder auch technisch per API gemeldet wird — dazu gibt es den separaten Beitrag Refill ist nicht gleich Refill.
Woran man es dagegen nicht sicher erkennt: am Namen des Panels oder an dessen Aufmachung. Eine eigene Marke, ein eigenes Logo und ein eigener Tonfall lassen sich über jeden Katalog legen, den man einkauft — sie sagen nichts über die Quelle dahinter.
Was das für den Preis bedeutet
Wo zwei Kataloge sich stark decken, ist ein Preisunterschied zwischen ihnen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Margenunterschied und kein Qualitätsunterschied. Beide Panels kaufen vermutlich beim selben Großhändler ein; der eine schlägt mehr auf als der andere. Wer nur nach dem günstigeren der beiden Namen sucht, wählt in Wahrheit zwischen zwei Handelsspannen auf derselben Ware — nicht zwischen zwei Produkten.
Das ist auch die praktische Lehre daraus: Ein Preisvergleich, der nur Markennamen nebeneinander stellt, übersieht genau diesen Fall. Ein Preisvergleich, der Kataloge liest, sieht ihn. Wie groß die Streuung selbst in einer einzelnen, sehr großen Leistungsklasse ist, lässt sich zum Beispiel direkt bei Instagram Followern vergleichen.
Was der Fingerabdruck im Katalog markiert
Dieselbe Messung läuft in diesem Vergleich auch eine Ebene tiefer, nämlich je Zeile statt je Panelpaar. Kommen zwei Einträge verschiedener Panels innerhalb einer Leistungsklasse über die Ähnlichkeitsschwelle, führen wir sie als Gruppe: Die günstigste Zeile gilt als Bezugspunkt, die teureren tragen einen Hinweis auf die vermutlich gemeinsame Quelle, samt Panel und Preisabstand.
Im gesamten Katalog liegt die Zahl solcher Gruppen bei 15.021, die Zahl der darin markierten, teureren Zeilen bei 29.617. Beide Zahlen zeigen nur Markierungen, die auch angezeigt werden — Fälle mit einem unplausibel großen Abstand bleiben bewusst unmarkiert, weil ein Abstand dieser Größe eher ein Zählfehler ist als ein Aufschlag.
Wie groß der Abstand in den übrigen Fällen ausfällt, zeigt der mittlere Wert: Die markierte Zeile kostet im Median das 1,75-Fache der günstigsten Zeile ihrer Gruppe — eine Handelsspanne, kein Aufschlag für bessere Ware, denn nach dieser Messung ist die Ware dieselbe.
Was das nicht beweist
Ein hoher Übereinstimmungswert ist ein Hinweis, kein Beweis. Zwei Panels können ähnliche Angebote unabhängig voneinander aufbauen, ohne dieselbe Quelle zu teilen — gerade bei einer Ware mit so wenigen Freiheitsgraden wie einem Katalogeintrag (Menge, Preis, ein paar Schlagwörter) sehen sich fremde Kataloge zwangsläufig ähnlich. Vermutlich, nicht sicher: Das ist die Grenze jeder Ähnlichkeitsmessung, die auf Metadaten beruht und nicht auf einem offengelegten Lieferverhältnis.
Trotzdem lohnt der Blick auf die Überschneidungsspalte, bevor man einen Markennamen kauft. Die vollständige Tabelle mit allen Panelpaaren steht auf Bestes SMM-Panel; der Preis- und Katalogvergleich selbst im SMM-Panel-Vergleich, mit denselben Duplikat-Markierungen für jede einzelne Leistungsklasse.
