Lohnt sich das, und wofür überhaupt?
Der Anlass für diese Bestellung ist fast immer derselbe, und er ist nachvollziehbar: Eine gekaufte oder auch echte Zuschauerzahl steht über einem stillen Chat, und dieses Bild ist auf Twitch das auffälligste, das es gibt. Chatnachrichten sollen genau diese Lücke schließen.
Ob das funktioniert, entscheidet die Menge und nicht der Preis. Ein Chat, in dem alle paar Minuten eine allgemein gehaltene Zeile erscheint, wirkt belebter als gar keiner. Ein Chat, in dem zwanzig Konten hintereinander Sätze schreiben, die nicht zum Gesagten passen, wirkt schlechter als Stille — weil erkennbar wird, dass niemand zuhört.
Für die Reichweite bringt die Bestellung wenig. Twitch verteilt Aufmerksamkeit über die Kategorieliste, und die sortiert nach gleichzeitigen Zuschauern. Chatnachrichten sind darin keine Kennzahl. Was sie verändern, ist der Eindruck der Menschen, die bereits im Raum sind — das ist ein realer Effekt, aber kein Verteilungseffekt.
Zur Frage nach echten Konten: Die Nachrichten kommen von echten Twitch-Konten, denn andere können gar nicht schreiben. Ob dahinter Menschen sitzen, die den Stream ansehen, ist eine andere Frage, und ihre Antwort steht in keinem Katalogfeld. Sichtbar wird sie im Chat selbst, sobald jemand auf eine Nachricht antwortet und keine Reaktion kommt.
Nüchtern lohnt sich der Kauf deshalb nur in kleiner Dosis und nur mit eigenen Texten, die zum Thema der Sendung passen. Als Ersatz für ein Publikum, das mitredet, funktioniert er nicht — und er ist die einzige Ware dieses Vergleichs, bei der ein Fehler in der Menge unmittelbar sichtbar wird.