Domino’s greift mit seiner neuen Kampagne „Is the Domino Worthy?“ einige der bekanntesten Fast-Food-Produkte direkt an. Statt nur gegen Big Mac, Whopper oder Crunchwrap Supreme zu werben, macht die Kette deren Kauf zum Bestandteil der eigenen Promotion: Kunden können einen Beleg für ausgewählte Konkurrenzprodukte hochladen und erhalten im Gegenzug einen Code für die neue Domino-Pizza. Insgesamt stellte Domino’s dafür 1 Million US-Dollar beziehungsweise mindestens 105.375 Gratis-Codes bereit.
Die Aktion startete am 31. August 2026. Auf der offiziellen Kampagnenseite war am 5. September bereits zu lesen, dass sämtliche Gratis-Dominos vergeben seien. Die geplante Aktion war damit schon wenige Tage nach dem Start ausgeschöpft.
Konkurrenzkauf wird zum Sampling-Mechanismus
Die beworbene Mechanik ist ungewöhnlich direkt: Teilnehmer kaufen einen Big Mac, Whopper, Crunchwrap Supreme, Chick-fil-A Chicken Sandwich oder Chipotle Burrito, laden den Beleg hoch und bekommen einen Code für eine kostenlose Domino-Pizza. Die offiziellen Bedingungen sehen außerdem eine Teilnahme ohne Kauf vor.
Domino’s positioniert die neue rechteckige Detroit-Style-Pizza dabei nicht primär gegen andere Pizzaketten, sondern gegen bekannte Einzelprodukte aus dem Fast-Food-Markt. Die Argumentation: Klassische Pizza ist häufig ein Gruppenessen, während Produkte wie Big Mac oder Whopper klar auf eine einzelne Person zugeschnitten sind.
Das macht die Promotion für Marketer interessanter als ein gewöhnliches Gewinnspiel. Der Wettbewerb wird nicht nur in der Kommunikation genannt, sondern direkt in den Conversion-Pfad eingebaut. Der Kauf eines Konkurrenzprodukts wird zum Auslöser für Produkt-Sampling bei Domino’s.
Social Video, Netflix und klassische Media laufen zusammen
Nach Angaben von Marketing Dive gehört die Promotion zur größeren Kampagne „Pizza Can’t. The Domino Can“. Ein Social-Video nimmt die konkurrierenden Fast-Food-Produkte unmittelbar ins Visier. Daneben laufen längere und kürzere Spots über Online-Video, Connected TV, Paid Digital, Social sowie klassische TV- und Live-Umfelder.
Domino’s plante unter anderem Ausspielungen rund um den internationalen NFL-Saisonauftakt auf Netflix am 10. September und die Emmys am 14. September. Zusätzlich setzt die Marke in New York auf große Out-of-Home-Flächen und Aktivierungen zur Fashion Week.
Die offizielle Domino’s-Mitteilung bestätigt die Million-Dollar-Promotion und die mindestens 105.375 verfügbaren Codes. In den USA kamen 2025 laut Domino’s zudem mehr als 85 Prozent der Retail-Umsätze über digitale Kanäle zustande. Die Mechanik aus Beleg-Upload, Code und digitaler Bestellung passt damit direkt in den bestehenden Commerce-Funnel der Marke.
Marken bauen Kampagnen zunehmend um eine konkrete Handlung
Die Domino’s-Aktion reiht sich in aktuelle Kampagnen ein, bei denen Social nicht nur Reichweite liefern soll, sondern Nutzer in eine konkrete Aktion zieht. Dr. Squatch verbindet IShowSpeed, Social Challenges, Walmart und TikTok Shop, während Snickers ChatGPT, Reddit, Snapchat und DoorDash zu einer Aktivierung verknüpft.
Auch Chipotle setzt seine neue Kampagne vollständig aus Creator-Material zusammen. Gemeinsam ist den Beispielen, dass Social nicht isoliert betrachtet wird: Creator, Commerce, Sampling, Paid Media und reale Touchpoints werden zu einem messbaren Ablauf verbunden.
Bei Domino’s ist dieser Ablauf besonders klar. Die Marke nutzt den Kauf bei einem Konkurrenten als Einstieg, tauscht den Nachweis gegen Produktprobieren und führt den Nutzer anschließend direkt in den eigenen digitalen Bestellprozess.
