The Trade Desk rollt seit 27. August 2026 Kokai Zuma weltweit aus. Das neue Release der DSP-Plattform bündelt eine überarbeitete Oberfläche, zusätzliche Measurement-Funktionen und neue agentische KI-Funktionen rund um den Assistenten Koa.
Koa bekommt spezialisierte KI-Agenten
Koa soll Media-Buyer künftig bei Kampagnenerstellung, Audience Building, Troubleshooting und Performance-Analyse unterstützen. The Trade Desk beschreibt dafür einen konversationellen Assistenten, hinter dem spezialisierte Koa Agents einzelne Aufgaben übernehmen.
Digiday berichtet aus einem Produktbriefing, dass der Kampagnen-Agent beispielsweise Media-Pläne aus Tabellen einlesen, fehlende Angaben erkennen und Rückfragen stellen kann. Bevor eine Kampagne live geht, bleibt eine menschliche Freigabe erforderlich. Andere Funktionen, darunter Teile des Troubleshootings und der Frequency-Optimierung, befinden sich noch im Beta-Stadium.
Damit folgt The Trade Desk demselben Trend, den wir bereits bei anderen Werbeplattformen beobachten: KI verschiebt sich von Empfehlungen hin zu konkreten Arbeitsschritten. Warum dafür gleichzeitig stärkere Kontrollen nötig werden, zeigt unser Beitrag zu Kosten-Audits für KI-Agenten im Media Buying.
Zuma soll Kokai einfacher bedienbar machen
Neben KI ist Usability ein zentraler Teil des Releases. Neue Übersichtsseiten sollen Pacing, Delivery und Performance schneller sichtbar machen. Eine „Applied Settings“-Ansicht bündelt Targeting-Einstellungen, während Bulk Edits vor einer Änderung anzeigen sollen, wie sich diese voraussichtlich auf die Auslieferung auswirkt.
Das ist auch eine Reaktion auf Kritik an Kokai. Digiday zufolge hatten Agenturen nach dem Start 2023 über komplizierte Workflows und eine erzwungene Migration geklagt. Zuma setzt deshalb stärker auf inkrementelle Verbesserungen und Nutzerfeedback.
Der Zeitpunkt ist für The Trade Desk relevant: Das Unternehmen hat gerade einen weltweiten Stellenabbau von rund 15 Prozent angekündigt. Die Hintergründe stehen in unserem Artikel zu The Trade Desks Stellenabbau 2026.
The Trade Desk meldet 32 Prozent bessere CPA-Performance
Für die aktualisierte Koa-Optimierung nennt The Trade Desk eine durchschnittliche CPA-Verbesserung von 32 Prozent. Die Zahl stammt aus einer eigenen Plattformanalyse mit 62 Kampagnen, in denen das neue Modell mit dem vorherigen Modell verglichen wurde; The Trade Desk bezeichnet das Ergebnis als statistisch signifikant.
Die Kennzahl sollte deshalb als Anbieterwert gelesen werden, nicht als allgemeiner Benchmark für alle Kampagnen. Das Unternehmen rollt Zuma zwar global aus, weist aber selbst darauf hin, dass einige der angekündigten Funktionen nur allgemein verfügbar, andere dagegen in Open oder Closed Beta sind.
Neben Koa erweitert Zuma Conversion-Lift-Studien, Reporting und einen neuen Report Builder. Das passt zur breiteren Entwicklung im programmatischen Einkauf, bei der Plattformen immer mehr Optimierung automatisieren. Für Werbetreibende bleibt entscheidend, ob die Automatisierung transparent überprüfbar ist – dazu auch unsere Einordnung warum KI im Media Buying Kontrolle braucht.
