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WARC: KI schafft Strategiezeit – doch persönliche Kundenforschung geht zurück

65 % der befragten Strategen nutzen durch KI gesparte Zeit für anspruchsvollere Arbeit. Gleichzeitig sinkt regelmäßige Forschung vor Ort von 35 auf 23 %. Was deutsche Agenturen daraus lernen können.

Von Social Rocket Redaktion

Dieser Text wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Quellen sind unten verlinkt.

Strategie-Workshop mit gelben Notizzetteln – Symbolfoto zur WARC-Studie
Foto: FORTYTWO / Unsplash

65 Prozent der befragten Marketingstrategen investieren durch KI gewonnene Zeit in anspruchsvollere Strategiearbeit. Gleichzeitig führen nur noch 23 Prozent mindestens einmal im Monat qualitative Forschung mit Menschen vor Ort durch – 2025 waren es 35 Prozent. Diese Kombination macht den neuen WARC-Report „The Future of Strategy 2026“ für Agenturen und Marketingabteilungen besonders interessant: Die Produktion wird schneller, doch gerade die Beobachtung echter Kunden droht in den Hintergrund zu geraten.

Die Erhebung basiert auf Antworten von 489 Strategieprofis weltweit im August 2026, überwiegend aus Agenturen. Sie beschreibt ihre Einschätzungen und Arbeitsweisen, nicht die Leistung aller Marketingteams.

KI spart Arbeit – die entscheidende Frage ist, wofür

KI kann Zielgruppenmaterial strukturieren, Wettbewerber zusammenfassen und erste Varianten für Positionierung oder Kampagnenideen erzeugen. Das macht sie zum nützlichen Werkzeug für den Vorlauf einer Strategie. Die eigentliche Entscheidung, welcher Widerspruch im Verhalten einer Zielgruppe relevant ist und welches Geschäftsproblem eine Kampagne lösen muss, bleibt aber der wertvolle Teil der Arbeit.

WARC berichtet: 55 Prozent erwarten, dass KI den Fokus stärker auf menschliche Perspektiven lenken wird. Die tatsächliche Häufigkeit persönlicher Forschung zeigt bislang den umgekehrten Trend. Wer sich ausschließlich auf vorhandene Daten und KI-Zusammenfassungen verlässt, läuft Gefahr, immer dieselben Beobachtungen neu zu formulieren.

Für deutsche Social-Teams ist das ein konkreter Arbeitsauftrag: Die durch Automation eingesparte Stunde lässt sich für Kundeninterviews, Community-Gespräche, Creator-Feedback oder die Untersuchung realer Kaufhindernisse nutzen. Social Listening zeigt, welche Fragen auftauchen; der direkte Austausch erklärt, warum sie auftauchen.

Mehr Einfluss beim Kunden, größere Angst um den Beruf

Die Stimmung der Strategen ist widersprüchlich, aber keineswegs resigniert. 66 Prozent sehen gute Gründe für Optimismus. 56 Prozent nennen die mögliche Ersetzung ihrer Rolle durch KI als wichtigste Bedrohung, 15 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Zugleich sagen 50 Prozent, dass die strategische Funktion bei Kunden an Einfluss gewonnen habe; 2025 waren es 41 Prozent. Und 83 Prozent erwarten, künftig stärker an der Geschäftsstrategie statt nur an Kommunikationsaufgaben mitzuwirken.

Das kann den Wert von Agenturen verschieben: Weg von der reinen Erstellung von Präsentationen und hin zur Fähigkeit, Zielgruppenverständnis mit Umsatz, Markenwirkung und tatsächlichen Entscheidungen zu verbinden. Die Debatte über KI und Einstiegsjobs im Marketing bekommt damit eine neue Dimension: Nachwuchs muss nicht nur Tools bedienen, sondern Beobachtungen einordnen lernen.

Ein sinnvoller Workflow für Marketingteams

Ein pragmatischer Ansatz verbindet drei Phasen. Zunächst übernimmt KI die zeitaufwendige Aufbereitung vorhandener Erkenntnisse. Dann prüfen Menschen die wichtigsten Hypothesen durch Gespräche oder kleine qualitative Tests. Erst danach folgt die Entwicklung und Messung konkreter Creatives.

Das passt zur Diskussion um kleinere KI-gestützte Agenturmodelle und zu neuen Agenturhonoraren nach Output und Wirkung. Wenn das Stundenvolumen als Verkaufsargument verliert, werden Qualität der Erkenntnisse und nachvollziehbare Geschäftsergebnisse wichtiger.

Die beste Folge der Automatisierung wäre deshalb nicht bloß eine günstigere Strategiepräsentation, sondern mehr Zeit, die richtigen Menschen die richtigen Fragen zu stellen.

Quellen: WARC – The Future of Strategy 2026 (1. Oktober), WARC-Expertengespräch zur KI-Strategie, ergänzende Berichterstattung zur Erhebung.