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Social Rocket

X verliert weiter Nutzer in der EU

X meldet im neuen DSA-Bericht erneut weniger aktive Nutzer in der EU. Parallel liegt auch das Werbegeschäft deutlich unter früheren Twitter-Niveaus.

02.09.2026

Smartphone mit Social-Media-Apps als Symbolbild für X und Plattformnutzung
Foto: Julian / Unsplash

X verliert in der EU weiter an Reichweite. Der neue Transparenzbericht nach dem Digital Services Act zeigt erneut einen Rückgang der aktiven Nutzer, nachdem die Plattform bereits im zweiten Halbjahr 2025 rund 15 Prozent ihrer EU-Reichweite verloren hatte.

Die aktuellen Rückgänge fallen kleiner aus, bestätigen aber den Trend: X konnte den deutlichen Einbruch aus dem Vorjahr bislang nicht wieder ausgleichen.

DSA-Daten zeigen anhaltend schwächere Nutzung

Die europäischen DSA-Berichte gehören zu den wenigen regelmäßig veröffentlichten Nutzungsdaten von X, die nach einer einheitlichen regulatorischen Methodik erhoben werden. X muss darin die durchschnittlichen monatlich aktiven Empfänger seiner Dienste in der EU ausweisen.

Die Plattform hatte in der ersten Hälfte 2025 zwischenzeitlich wieder Nutzer hinzugewonnen. In der zweiten Jahreshälfte brach die aktive EU-Nutzung dann jedoch deutlich ein. Der neue Bericht für das erste Halbjahr 2026 zeigt keine echte Erholung.

Zum Vergleich: TikTok kommt laut aktuellem Transparenzbericht inzwischen auf 189 Millionen monatlich aktive Nutzer in der EU. Auch LinkedIn meldet inzwischen 56,5 Millionen aktive EU-Nutzer und veröffentlicht seine Reichweitenzahlen regelmäßig im DSA-Rahmen.

Auch das Werbegeschäft bleibt unter Druck

Die Reichweitenentwicklung ist für Werbetreibende relevant, weil sie direkt die adressierbare Zielgruppe beeinflusst. Social Media Today verweist zusätzlich auf aktuelle Finanzdaten, nach denen X im ersten Halbjahr 2026 rund 710 Millionen US-Dollar Werbeumsatz erzielt haben soll. Das wären etwa 18 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Gegenüber dem früheren Twitter-Geschäft fällt der Abstand noch größer aus: Im ersten Halbjahr 2022 lag der Werbeumsatz laut damaligen Unternehmensberichten bei rund 2,2 Milliarden Dollar.

Für Marketer bedeutet das nicht automatisch, dass X als Werbekanal unbrauchbar ist. Eine kleinere Plattform kann in bestimmten Themenfeldern weiterhin wertvolle Zielgruppen bündeln. Der Rückgang macht jedoch belastbare Reichweiten- und Performance-Daten wichtiger als allgemeine Aussagen über angebliche Rekordnutzung.

X baut parallel neue Erlösmodelle aus

X versucht gleichzeitig, seine Abhängigkeit von Werbung zu reduzieren. Ab dem 8. September 2026 soll das bisherige Creator Revenue Sharing durch das neue Original Content Rewards Program abgelöst werden. Die Details haben wir in unserem Überblick zur Creator-Monetarisierung auf X, YouTube, TikTok und anderen Plattformen zusammengefasst.

Auch regulatorische Änderungen könnten die Nutzung sozialer Netzwerke künftig stärker beeinflussen. Australien prüft beispielsweise einen Opt-out für algorithmische Social-Media-Feeds.

Für deutsche Social-Media-Teams bleibt X deshalb ein Kanal, dessen tatsächliche Reichweite stärker gemessen und weniger vorausgesetzt werden sollte.

Quellen