Zum Inhalt springen
Social Rocket

YouTube weitet „Watch With“ aus: Creator können Livestreams live kommentieren

YouTube öffnet den Test von „Watch With“ für mehr Creator. Reaktionsstreams können selbst monetarisiert werden, während Views und Watchtime dem Original-Livestream zugerechnet werden.

Von Social Rocket Redaktion

Dieser Text wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Quellen sind unten verlinkt.

Smartphone zeichnet einen Livestream auf – Symbolbild für YouTube Watch With und Creator-Reaktionsstreams
Foto: Detail .co / Unsplash

YouTube weitet seinen Test von „Watch With“ auf mehr Creator aus. Berechtigte mobile Creator können damit während eines laufenden YouTube-Livestreams eine eigene Live-Reaktion starten und sich gemeinsam mit dem Originalvideo als vertikalen Stream ausspielen lassen.

Das ist mehr als eine neue Reaction-Funktion: YouTube trennt dabei Monetarisierung und Attribution bewusst voneinander. Der reagierende Creator kann mit seinem eigenen Stream wie gewohnt Geld verdienen. Gleichzeitig werden gleichzeitige Zuschauer, öffentliche Views und Watchtime der Reaktionsstreams dem ursprünglichen Livestream zugerechnet.

So funktioniert „Watch With“ im aktuellen Test

YouTube beschreibt die Erweiterung seit 3. September 2026 in seiner offiziellen Testübersicht. Creator in der Experimentgruppe sehen bei geeigneten Livestreams im Teilen-Menü einen Button „React live“.

Beim Start wird die Smartphone-Kamera für die Reaktion aktiviert; Zuschauer sehen anschließend sowohl den reagierenden Creator als auch das Ausgangsvideo in einem kombinierten vertikalen Stream. Der Reaction-Stream kann auf unterschiedlichen Geräten angesehen werden.

Für die beiden beteiligten Kanäle gelten unterschiedliche Regeln:

  • Der Reaction-Creator monetarisiert seinen eigenen Livestream selbst.
  • Der Source-Creator behält die Einnahmen aus seinem ursprünglichen Stream.
  • Einnahmen aus dem Reaction-Stream werden laut YouTube nicht mit dem Source-Creator geteilt.
  • Dafür werden Concurrent Viewers, öffentliche Views und Watchtime aus den Reaktionen dem Originalinhalt zugerechnet.

Geeignete Streams erlauben solche Reaktionen standardmäßig. Der ursprüngliche Creator kann „Watch With“ vor dem Start seines Livestreams in den mobilen Metadaten deaktivieren.

YouTube baut Creator-Kommentare in Live-Rechte ein

Die Idee wurde bereits bei großen Live-Events getestet. Beim NFL-Spiel zwischen den Los Angeles Chargers und Kansas City Chiefs stellte YouTube mehrere „Watch With“-Streams mit Creatorn wie IShowSpeed bereit. Auch bei Coachella 2026 und einem MrBeast-Livestream kamen begleitende Creator-Reaktionen zum Einsatz.

Damit nähert sich YouTube einem Modell an, das aus Sport-, Gaming- und Streaming-Communities längst bekannt ist: Nicht jeder Zuschauer möchte nur den offiziellen Feed sehen. Ein Teil des Publikums will ein Event durch die Perspektive eines bestimmten Creators erleben.

Der Unterschied ist, dass YouTube diese zweite Ebene nun direkt als Plattformfunktion organisiert. Rechteinhaber beziehungsweise Source-Creator behalten ihre Kennzahlen, während Reaction-Creator eine eigene monetarisierbare Sendung aufbauen können.

Warum die Attribution wichtig ist

Für Creator und Medienpartner könnte die Messlogik entscheidend werden. Würden Zuschauer ausschließlich beim Reaction-Creator gezählt, könnte ein großes Netzwerk an Co-Streams die sichtbare Performance des Originalstreams kannibalisieren.

YouTube versucht genau das zu vermeiden: Die Nutzung eines „Watch With“-Streams soll die Kennzahlen des Ausgangsinhalts mit stärken. Für Publisher, Sportrechtehalter und Eventveranstalter wird Creator-Distribution damit leichter als zusätzliche Reichweite argumentierbar.

Das passt zu YouTubes breiterer Entwicklung vom einzelnen Videokanal hin zu einem vernetzten Entertainment-System auf Smartphone und Fernseher. Wie stark der TV-Screen inzwischen in der Plattformstrategie steckt, haben wir im Beitrag zu YouTube und Connected TV in Deutschland eingeordnet.

Was Creator beachten sollten

„Watch With“ ist derzeit weiterhin ein Experiment und nicht pauschal für alle Kanäle verfügbar. YouTube nennt in der aktuellen Testmeldung keine Deutschland-spezifische Freischaltung oder einen Termin für einen vollständigen Rollout.

Wer Zugriff erhält, sollte zudem nicht nur auf zusätzliche Live-Zuschauer schauen. YouTube hat seine öffentliche View-Zählung zuletzt verändert; für Monetarisierung und einige wichtige Analytics bleiben andere Engagement-Signale relevant. Die Unterschiede erklären wir in unserem Überblick dazu, wie YouTube Views seit August 2026 zählt.

Für Marken eröffnet die Funktion gleichzeitig neue Sponsoring-Formate. Ein offizielles Event kann mit mehreren Creator-Kommentaren parallel stattfinden, ohne dass jeder Creator einen separaten Video-Upload produzieren muss. Das ergänzt YouTubes ohnehin wachsende Infrastruktur für Brand Deals und Commerce, darunter das neue YouTube-Shopping-Affiliate-Programm in Deutschland.

Noch kein offenes Co-Streaming für alles

Trotz des Namens sollte „Watch With“ nicht als allgemeine Erlaubnis verstanden werden, beliebige Livestreams zu restreamen. Die Funktion steht nur bei eligible streams innerhalb des YouTube-Experiments zur Verfügung, und Source-Creator können Reaktionen deaktivieren.

Gerade darin liegt aber der strategische Wert: YouTube versucht, Creator-Reactions nicht als externen Schattenmarkt neben dem Originalevent zu behandeln, sondern als messbare und monetarisierbare Ebene innerhalb der Plattform.

Quellen