Eine neue Auswertung von 7,1 Millionen TikTok-Posts liefert aktuelle Benchmarks für Posting-Zeiten. Im Datensatz von Buffer war Samstag insgesamt der stärkste Wochentag, während der einzelne Top-Slot auf Sonntag um 9 Uhr fiel. Ebenfalls weit vorn lagen Montag um 13 Uhr und Sonntag um 13 Uhr.
Die wichtigste Erkenntnis für Social-Media-Teams ist allerdings nicht, jede Veröffentlichung auf einen einzigen vermeintlich perfekten Zeitpunkt zu legen. Die Analyse zeigt eher wiederkehrende Aktivitätsfenster: Abende zwischen 18 und 23 Uhr schneiden häufig gut ab, während viele Nachmittagsstunden schwächer ausfallen.
Die stärksten TikTok-Zeiten im Buffer-Datensatz
Buffer hat für die Analyse Posts ausgewertet, die über die eigene Plattform veröffentlicht wurden, und die mediane Engagement-Rate verglichen. Die von Buffer genannten stärksten Slots pro Wochentag sind:
- Montag: 13 Uhr
- Dienstag: 6 Uhr
- Mittwoch: 22 Uhr
- Donnerstag: 13 Uhr
- Freitag: 18 Uhr
- Samstag: 17 Uhr
- Sonntag: 9 Uhr
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem einzelnen Slot und dem gesamten Tag. Sonntag um 9 Uhr war der stärkste einzelne Zeitpunkt, über alle Stunden hinweg schnitt Samstag jedoch am besten ab. Montag und Sonntag folgten dahinter.
Buffer schreibt außerdem, dass die Zeiten für unterschiedliche Zeitzonen normalisiert wurden. Trotzdem bleibt der Datensatz eine Stichprobe von Accounts, die Buffer nutzen. Er ist damit keine vollständige Messung aller TikTok-Posts weltweit.
Warum die Werte keine universelle Regel sind
Posting-Zeit kann Reichweite unterstützen, aber sie ersetzt weder ein starkes Thema noch einen guten Hook. Buffer selbst weist darauf hin, dass es keinen universellen besten Zeitpunkt für jeden Account gibt. Zielgruppe, Region, Nische und Content-Format verändern das Nutzungsverhalten deutlich.
Das passt auch zu TikToks eigener Empfehlung, Analytics und aktive Nutzungszeiten der eigenen Zielgruppe als Ausgangspunkt zu verwenden. TikTok Studio bündelt dafür Performance- und Engagement-Daten direkt für Creator und Accounts.
Für deutsche Marken ist deshalb ein sinnvoller Workflow:
- Benchmarks zunächst als Testfenster verwenden.
- Eigene TikTok-Studio-Daten dagegenhalten.
- Zwei bis drei feste Slots über mehrere Wochen testen.
- Watchtime, Views, Shares und Kommentare gemeinsam auswerten.
- Erst danach den Posting-Plan anpassen.
Gerade bei größeren Accounts kann außerdem die regionale Verteilung wichtiger sein als die Uhrzeit selbst. TikTok erreicht in der EU inzwischen 189 Millionen monatliche Nutzer, sodass internationale Zielgruppen schnell mehrere Aktivitätsfenster erzeugen.
Timing ist ein Verstärker, kein Reichweiten-Hack
Die Daten sprechen eher für gute Zeitfenster als für einen geheimen Algorithmus-Trick. Wer bereits regelmäßig starken Content veröffentlicht, kann mit Timing die Startbedingungen verbessern. Schwacher Content wird durch einen perfekten Slot dagegen nicht automatisch erfolgreich.
Für organische Strategien bleiben deshalb Format, Thema und Interaktion entscheidend. TikTok baut beispielsweise auch den Kommentarbereich mit Voice, Umfragen und Foto-Karussells weiter aus. Auf der Paid-Seite übernimmt gleichzeitig KI immer mehr Aufgaben in TikToks Werbeplattform.
Was Marketingteams aus der Studie mitnehmen können
Wer noch keine belastbaren eigenen Daten hat, kann mit den Buffer-Werten starten: Samstag und Sonntag testen, Abendfenster priorisieren und einzelne starke Slots wie Sonntag 9 Uhr oder Montag 13 Uhr gegen die eigenen Ergebnisse laufen lassen.
Sobald genügend Account-Daten vorhanden sind, sollten die allgemeinen Benchmarks aber in den Hintergrund treten. Für die operative Planung ist die eigene Audience wichtiger als ein globaler Durchschnitt.
