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ChatGPT Ads erreichen laut Digiday 1 Milliarde Dollar Run-Rate

OpenAIs Werbegeschäft in ChatGPT läuft laut Digiday inzwischen auf einer annualisierten Umsatzrate von 1 Milliarde Dollar. Beim Self-Service-Zugang in Deutschland widersprechen sich Medienbericht und aktuelle OpenAI-Angaben noch.

02.09.2026

KI-Chip als Symbolbild für Werbung und künstliche Intelligenz
Foto: Igor Omilaev / Unsplash

OpenAIs Werbegeschäft in ChatGPT läuft laut Digiday inzwischen auf einer annualisierten Umsatzrate von rund 1 Milliarde US-Dollar. Wichtig: Das ist keine bereits erzielte Jahressumme. Die Zahl entsteht, indem der aktuelle Monatsumsatz auf zwölf Monate hochgerechnet wird.

Für Werbetreibende ist das trotzdem ein deutliches Signal. ChatGPT Ads sind erst seit wenigen Monaten am Markt, und OpenAI baut das Produkt parallel international aus.

ChatGPT Ads sind bereits in Deutschland gestartet

OpenAI hatte am 18. August angekündigt, ChatGPT Ads auf 31 europäische Märkte auszuweiten, darunter Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, die Niederlande und Österreich. Der Start in Europa erfolgte zunächst über das OpenAI Ads Solutions Team sowie Agentur- und Technologiepartner.

OpenAI beschreibt ChatGPT Ads als Anzeigenformat entlang konkreter Entscheidungsprozesse. Nutzer suchen in ChatGPT häufig nicht nur nach einzelnen Keywords, sondern erklären Ziele, Anforderungen und Einschränkungen. Für Advertiser entsteht damit ein zusätzlicher Touchpoint zwischen Recherche, Vergleich und Kaufentscheidung.

Laut OpenAI werden Anzeigen nur Nutzern der Tarife Free und Go gezeigt. Plus, Pro und Enterprise bleiben werbefrei. Anzeigen sollen außerdem klar gekennzeichnet und von den eigentlichen Antworten getrennt bleiben.

Self-Service in Deutschland: Angaben sind derzeit widersprüchlich

Digiday berichtete am 31. August, dass der Beta-Self-Service im Ads Manager nun auch für geeignete Werbekunden in den 31 europäischen Märkten geöffnet werde.

Die aktuelle offizielle OpenAI-Seite zur Ads Manager Availability bestätigt das für Deutschland allerdings noch nicht. Dort werden derzeit Australien, Brasilien, Kanada, Japan, Südkorea, Mexiko, Neuseeland, Großbritannien und die USA als Self-Service-Märkte aufgeführt. Deutschland fehlt in der Liste.

Für deutsche Unternehmen heißt das deshalb: ChatGPT Ads sind grundsätzlich in Deutschland verfügbar, der direkte Self-Service-Zugang sollte aber vor einer Kampagnenplanung im Ads Manager geprüft werden. Bis die offizielle Verfügbarkeitsseite Deutschland aufführt, ist die Aussage eines vollständig geöffneten Self-Service-Rollouts nicht eindeutig bestätigt.

Was die Milliarden-Run-Rate für Marketer bedeutet

Die annualisierte Milliardenmarke zeigt vor allem, wie schnell OpenAI eine neue Werbeoberfläche monetarisieren kann. Nach eigenen Angaben haben bereits Zehntausende Marketer auf ChatGPT geworben. Das Unternehmen hat außerdem neben CPM- und CPC-Geboten bereits Conversion-Optimierung, Geo-Targeting, Custom Audiences, einen OpenAI Pixel, eine Conversions API und Integrationen für externe Messanbieter eingeführt.

Damit entwickelt sich ChatGPT Ads deutlich in Richtung einer vollständigen Performance-Marketing-Plattform und nicht nur eines experimentellen Sponsoringformats.

Für Media Buyer dürfte vor allem die Messbarkeit entscheidend werden. Einen ähnlichen Fokus auf Attribution verfolgt auch Snapchat mit seiner neuen Unified Attribution für App-Werber. Gleichzeitig zeigt die aktuelle FTC-Klage rund um Amazons Werbeauktionen, wie stark Transparenz bei neuen Werbeplattformen inzwischen regulatorisch und wirtschaftlich bewertet wird.

Auch die Reichweite etablierter Plattformen bleibt ein wichtiger Vergleichspunkt: TikTok meldet inzwischen 189 Millionen monatliche Nutzer in der EU.

Quellen