LinkedIn baut seine Verifizierung deutlich aus. Künftig sollen Kollegen und ehemalige Kollegen gemeinsame Berufs- oder Ausbildungserfahrungen bestätigen können. Gleichzeitig erhalten verifizierte Unternehmensseiten neue Werkzeuge, um falsch zugeordnete Mitarbeiterprofile aus der Unternehmenssuche zu entfernen.
Der Schritt ist für LinkedIn zentral, weil die Plattform immer stärker mit Fake-Profilen, gefälschten Recruiter-Kontakten und KI-generiertem Content kämpfen muss. Verifizierung wird damit nicht nur zu einem Profil-Badge, sondern zunehmend zu einer Vertrauensschicht für Personen, Unternehmen und externe Dienste.
Kollegen können gemeinsame Berufserfahrung bestätigen
LinkedIn testet eine neue Form der Peer-Verifizierung. Bereits verifizierte Mitglieder können dazu aufgefordert werden, zu bestätigen, dass sie mit einer Verbindung tatsächlich bei einem bestimmten Unternehmen gearbeitet oder an einer bestimmten Bildungseinrichtung studiert haben.
Erhält ein Profil genügend Bestätigungen, kann LinkedIn eine Verifizierung hinzufügen. Die betroffene Person kann sich dagegen entscheiden. In den kommenden Monaten sollen Nutzer außerdem selbst Kontakte bitten können, gemeinsame Erfahrungen zu bestätigen.
LinkedIn nennt inzwischen mehr als 115 Millionen verifizierte Mitglieder und nach eigenen Angaben rund 75 neue Verifizierungen pro Minute. Das Unternehmen sagt außerdem, verifizierte Mitglieder erhielten im Schnitt 50 Prozent mehr Engagement auf Posts und fast 90 Prozent mehr Profilaufrufe. Diese Werte stammen von LinkedIn selbst und sollten deshalb nicht als unabhängiger Performance-Benchmark gelesen werden.
Unternehmen können falsche Mitarbeiterzuordnungen entfernen
Für Marken ist die zweite Neuerung besonders relevant. Admins verifizierter Company Pages können bekannte Imposter-Accounts entfernen, damit diese in der Suche nicht länger unter dem Unternehmensnamen erscheinen.
Zusätzlich testet LinkedIn mit ausgewählten Unternehmen eine strengere Variante: Wer aktuelle Beschäftigung bei diesen Firmen im Profil angeben und mit deren Seite verknüpfen möchte, muss dann eine Workplace Verification vorweisen.
Das ist mehr als kosmetische Profilpflege. Falsche Mitarbeiter- und Recruiter-Zuordnungen können für Phishing, Recruiting-Betrug oder Markenmissbrauch genutzt werden. LinkedIn hatte schon zuvor Verifizierungen für Recruiter, Jobs und Arbeitsplätze ausgebaut.
Das passt zu LinkedIns breiterem Vorgehen gegen inauthentische Nutzung. Wir haben zuletzt eingeordnet, wie die Plattform Fake-Engagement und KI-Slop stärker begrenzt und warum sie beim Schreiben inzwischen stärker auf einen Proofreader statt generatives Post-Rewriting setzt.
„Verified on LinkedIn“ wandert auf andere Dienste
LinkedIn erweitert gleichzeitig sein Programm Verified on LinkedIn. Neben bestehenden Partnern wie Adobe, TrustRadius und UserTesting kommen nun unter anderem Truecaller und PeerSpot hinzu.
Bei Truecaller kann die LinkedIn-Verifizierung beispielsweise zusätzlich anzeigen, dass eine anrufende oder schreibende Person auf LinkedIn verifiziert ist. Damit versucht LinkedIn, seinen Vertrauensstatus nicht nur innerhalb der eigenen Plattform, sondern als externe Identitätsschicht zu etablieren.
Für Unternehmen entsteht daraus perspektivisch ein zweiter Nutzen: Die eigene LinkedIn-Präsenz dient nicht nur für Content, Recruiting und B2B-Marketing, sondern zunehmend auch als verifizierbare Referenz dafür, wer tatsächlich zur Organisation gehört.
Was Unternehmen jetzt prüfen sollten
Unternehmen sollten deshalb kontrollieren, ob ihre LinkedIn Page bereits verifiziert ist und welche Admins Zugriff auf die neuen Funktionen haben. Ebenso sinnvoll ist ein Blick darauf, welche Mitarbeiter öffentlich mit der Unternehmensseite verknüpft sind und ob offensichtliche Falschzuordnungen bestehen.
Für B2B-Teams ergänzt das die operative Nutzung von LinkedIn. Wer Unternehmenssignale bereits über den Companies Hub für Account-Based Marketing nutzt oder Kundenkommunikation über Messaging for Pages abwickelt, bekommt mit Verifizierung eine zusätzliche Vertrauensebene rund um dieselbe Unternehmensidentität.
