Pinterest erweitert sein Werbegeschäft um Visual Search Ads. Das neue Format platziert Anzeigen direkt in Pinterest-Suchergebnissen und in der vergrößerten Pin-Ansicht. Werbetreibende können auf eine prominente Position bieten und Nutzer von dort auf die eigene Website führen. Das hat Pinterest am 17. September 2026 bei Pinterest Presents angekündigt.
Nach Angaben des Unternehmens finden auf Pinterest inzwischen mehr als 80 Milliarden Suchanfragen pro Monat statt. Die Mehrheit davon sei visuell, mehr als die Hälfte habe einen kommerziellen Kontext. Visual Search Ads sollen genau diese Phase zwischen Inspiration, Vergleich und Kaufentscheidung monetarisieren.
Visual Search Ads gehen in allen Ad-Märkten in die Beta
Laut offizieller Pinterest-Ankündigung werden Visual Search Ads in den kommenden Wochen für berechtigte Werbekunden in allen Pinterest-Werbemärkten als Beta verfügbar. Das Format unterstützt Lower-Funnel-Ziele und ist mit Pinterest Performance+ kompatibel.
Für Händler ist das relevant, weil Pinterest visuelle Suche damit stärker wie einen eigenen Performance-Kanal behandelt. Statt nur Keywords oder Interessen zu buchen, können Marken näher an einem konkreten visuellen Suchmoment auftauchen: etwa wenn Nutzer eine Tasche, ein Möbelstück oder einen Stil auswählen und ähnliche Produkte vergleichen.
Der bestehende Srocket-Guide zu Pinterest Shopping Ads und Performance+ erklärt, welche Basis dafür bereits stehen sollte: sauberer Produktkatalog, Conversion-Tracking und belastbare Commerce-Signale.
Performance+ bekommt Priority Products und A/B-Tests
Pinterest erweitert parallel seine automatisierte Werbesuite. Mit Priority Products können Händler bestimmte Produkte für saisonale Aktionen, Launches oder Kategorien priorisieren, ohne die restliche Performance+-Automatisierung komplett aufzugeben.
Neu sind außerdem Self-Service-A/B-Tests. Werbetreibende sollen Creative, Targeting und Kampagnenstrategien damit direkt innerhalb von Pinterest systematischer gegeneinander testen können. Für Mobile-Marketer kommt zusätzlich ein eigenes App-Promotion-Ziel, das bereits global mit qualifizierten Werbekunden in der Beta läuft.
Pinterest nennt dabei ein Beispiel, in dem ein Advertiser den Cost per Install gegenüber bisherigen Workarounds um bis zu 85 Prozent verbessert habe. Das ist ein einzelner Plattform-Case und kein allgemeiner Performance-Benchmark.
Restyle bringt generative KI in die Produktsuche
Auch auf der Nutzerseite baut Pinterest seine KI-Funktionen aus. Restyle startet zunächst in den USA und Kanada als Beta. Nutzer können ein Foto eines Raums hochladen und ihn mit Pinterest Intelligence neu gestalten lassen, um unterschiedliche Looks und Ideen zu vergleichen.
Für Marketer ist das deshalb interessant, weil Pinterest generative KI nicht nur als Content-Tool positioniert. Restyle verbindet ein eigenes Foto, visuelle Inspiration und mögliche Produktentscheidungen in einem einzigen Ablauf. Genau an dieser Schnittstelle sollen Visual Search Ads später zusätzliche kommerzielle Reichweite schaffen.
Wie stark Shopping-Journeys inzwischen zwischen Social, Suche und KI wechseln, zeigt auch unsere Analyse zu Social Search und GenAI im Kaufprozess.
Was deutsche Werbetreibende jetzt vorbereiten sollten
Visual Search Ads sind nicht einfach ein neues Bannerformat. Pinterest versucht, visuelle Suchintention als buchbaren Performance-Moment zu etablieren. Für deutsche Händler lohnt es sich deshalb, vor dem Beta-Zugang drei Dinge zu prüfen: Sind Produktfeeds vollständig, sind Landingpages auf mobile Nutzer vorbereitet und misst das Conversion-Setup sauber genug, um neue Placements mit bestehenden Kampagnen zu vergleichen?
Gleichzeitig bleibt die Zielgruppenlogik wichtig. Der aktuelle Pinterest Men’s Trend Report zeigt zum Beispiel, wie stark einzelne Nutzergruppen über Such- und Save-Verhalten sichtbar werden. Solche Signale können helfen, Creatives und Produktprioritäten nicht nur nach allgemeiner Plattformreichweite auszurichten.
Der strategische Punkt ist klar: Pinterest verschiebt sich weiter von einem reinen Inspirationskanal zu einer Kombination aus visueller Suche, KI-gestützter Produkterkennung und Performance-Werbung. Für Marken mit bildstarken Produkten wird die Plattform damit interessanter, sobald die neuen Placements im eigenen Werbekonto verfügbar sind.
