Zum Inhalt springen
Social Rocket

Safari 27: Erste Publisher-Daten zeigen sinkende Werbeerlöse auf iPhones und Macs

Aditude meldet auf aktualisierten Geräten bis zu 20 % weniger Umsatz pro Werbemöglichkeit. Warum das kein pauschaler Safari-Verlust ist.

Von Social Rocket Redaktion

Dieser Text wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Quellen sind unten verlinkt.

WebKit-Schaubild: Safari blockiert Verbindungen von vier Websites zu einem zentralen Identity-Resolution-Server
WebKit (Apple), Darstellung der Domain-Sperre für Identity Resolution

Neue Publisher-Zahlen zeigen erstmals, wie stark Safari 27 das Werbegeschäft einzelner Websites belasten könnte: Beim Monetarisierungsdienst Aditude sank der Umsatz pro Werbemöglichkeit auf aktualisierten iOS-Geräten um rund 6 Prozent, auf Macs um 20 Prozent. Die am 27. Oktober 2026 von Digiday veröffentlichten Messwerte sind ein frühes Warnsignal – aber kein Nachweis für einen entsprechenden Einbruch im gesamten Werbemarkt.

Drei Kennzahlen statt eines pauschalen Safari-Verlusts

Aditude misst für seinen Kundenbestand unterschiedliche Effekte: Die erzielten Anzeigenpreise (eCPM) sanken dem Bericht zufolge auf iOS um 4 Prozent und auf Macs um 11 Prozent. Der Umsatz pro Werbemöglichkeit fiel stärker, nämlich um 6 beziehungsweise 20 Prozent. Letzterer Wert berücksichtigt auch, ob eine Werbemöglichkeit überhaupt erfolgreich monetarisiert wird. Ein sinkender eCPM und eine sinkende Auslastung können sich daher gegenseitig verstärken.

Zugleich ist die Verbreitung der betroffenen Software noch begrenzt: Laut Aditude entfallen in seinem Bestand 30 Prozent der Impressionen auf WebKit-Browser, aber erst 3,8 Prozent aller Impressionen auf die neuere WebKit-Version. Der entsprechende Anteil am Prebid-Umsatz beträgt 3,3 Prozent. Die Zahlen beschreiben Aditude-Kunden, nicht alle deutschen Publisher. Veränderungen bei Werbenachfrage, saisonalem Budget und technischen Integrationen können die beobachteten Unterschiede ebenfalls beeinflussen.

Für belastbare Schlüsse sollten Media-Teams deshalb Bid-Rate, eCPM, Fill-Rate und Umsatz pro Ad Opportunity getrennt nach Browser, Betriebssystemversion und Zeitraum auswerten. Die Erlösentwicklung allein beweist noch nicht, welcher Teil direkt durch Apples Sperre verursacht wurde.

Was Apple tatsächlich blockiert – und was nicht

Die Ursache der Debatte ist die neue Netzwerksperre gegen bestimmte Identity-Resolution-Dienste in Safari 27. Apple erklärt in seinem WebKit-Beitrag vom 19. Oktober, dass solche Dienstleister über E-Mail-Adressen oder andere Signale Nutzer über mehrere Websites wiedererkennen können. Das Unternehmen will diese Identitätsverknüpfung unterbinden; Personalisierung innerhalb einer eigenen Kundenbeziehung bleibt nach seiner Darstellung möglich.

Wichtig ist die Abgrenzung zwischen Adressierbarkeit und Werbeauslieferung. Die Blockade einer The-Trade-Desk-Domain für die eigentliche Anzeigenauslieferung wurde nach einem dokumentierten Fehler am 9. Oktober als behoben gemeldet. Die Sperren gegen bestimmte Identitätsinfrastrukturen bleiben das größere Thema. Den technischen Ablauf und die Fehlerkorrektur haben wir im Safari-27-Hintergrundbericht eingeordnet.

Ein Preisabstand ist kein Schadensnachweis

Der Datenanbieter Permutive nennt in der Digiday-Auswertung noch einen zweiten Wert: Bei 569 Millionen gewonnenen Geboten für mehr als zehn Publisher im August lag Safari-Inventar im Mittel 42 Prozent unter dem Preis von Chrome-Inventar. Diese Analyse stammt jedoch aus einer Zeit vor dem hier untersuchten Rollout und vergleicht unterschiedliche Browser-Umfelder. Die 42 Prozent dürfen folglich nicht als zusätzlicher Verlust durch Safari 27 ausgegeben werden.

Auch die von Permutive gemeldeten höheren CPMs bei Nutzung publisherseitiger Zielgruppendaten sind Anbieterangaben, keine unabhängig bestätigte, kausale Wirkungsstudie. Sie illustrieren eine mögliche Alternative, nicht automatisch eine neue Erlösgarantie.

Was deutsche Publisher jetzt testen sollten

Ein sinnvoller Test trennt vier Ebenen: (1) technische Auslieferung, (2) Nachfrage und Gebote, (3) tatsächlich verkaufte Impressionen und (4) Nettoerlös nach Technologiegebühren. Dazu gehören Kontrollgruppen mit vergleichbaren Seiten, Placements und Zeitfenstern. Unser Beitrag über DSP- und Reseller-Gebühren zeigt, warum Brutto-CPMs dafür nicht ausreichen. Die geplanten Veränderungen an Prebid-Auktionen sind ein weiterer, davon getrennter Infrastrukturtrend.

Offen bleiben die Wirkung bei deutschen Websites, die Verbreitung der korrigierten Safari-Versionen und die langfristigen Werbeeffekte. Fest steht bislang: Die Messungen zeigen Risiken für Publisher-Umsätze, während Apples Datenschutzbegründung und die wirtschaftliche Wirkung unabhängig voneinander beurteilt werden müssen.

Bild: WebKit / Apple, offizielle Darstellung zur Blockade von Identity Resolution.