Snapchat und HBO Max starten rund um die neue HBO-Serie Harry Potter and the Philosopher’s Stone eine umfangreiche AR-Kampagne. Geplant sind zwölf AR-Lenses, Chat-Wallpapers, Bitmoji-Fashion, ein spezielles App-Icon und weitere AR-Erlebnisse, die während der Staffel ausgerollt werden.
Die Serie soll laut Snap zu Weihnachten 2026 exklusiv bei HBO Max starten. Für Marketer ist die Kooperation vor allem deshalb interessant, weil sie zeigt, wie weit Plattformkampagnen inzwischen über klassische Anzeigen hinausgehen.
Zwölf AR-Lenses statt eines einzelnen Launch-Formats
Snapchat will die Kampagne über die gesamte Staffel hinweg verlängern. Die zwölf AR-Lenses sollen unterschiedliche Elemente der Harry-Potter-Welt aufgreifen und Fans dazu bringen, Inhalte selbst zu erstellen und mit Freunden zu teilen.
Zusätzlich sind thematische Chat-Wallpapers und Bitmoji-Kleidung geplant. Damit wandert die Kampagne bewusst in Bereiche, die Nutzer nicht nur konsumieren, sondern in ihrem eigenen Profil und in privaten Unterhaltungen verwenden.
Genau das unterscheidet solche Aktivierungen von klassischen Video- oder Displayanzeigen: Die Marke wird Teil eines wiederkehrenden Nutzungsverhaltens.
Warum Snapchat für Entertainment-Marken auf AR setzt
Snapchat positioniert Augmented Reality seit Jahren als Kern seiner Werbe- und Markenstrategie. Laut Snap erreicht die Plattform weltweit 946 Millionen monatlich aktive Nutzer; 215 Millionen Snapchat-Nutzer konsumieren im Durchschnitt jeden Monat Sport-Inhalte. Auch bei Entertainment-Partnerschaften setzt das Unternehmen stark auf Lenses und immersive Formate.
Die Harry-Potter-Kampagne passt deshalb in eine Reihe größerer Partnerschaften. Im Sommer hatte Snapchat gemeinsam mit HBO Max bereits ein Live-AR-Projekt zu House of the Dragon am Times Square umgesetzt.
Für Marken ist der praktische Punkt nicht, dass jede Kampagne zwölf Lenses braucht. Entscheidend ist die Idee, eine Veröffentlichung in mehrere kleine Interaktionsanlässe zu zerlegen, statt nur einen einzelnen Launch-Post oder Trailer zu bewerben.
Was Social-Media-Teams daraus mitnehmen können
Die Aktivierung zeigt drei wiederverwendbare Muster:
- Serielle Kampagnen statt Einmal-Launch: neue Formate erscheinen über die gesamte Staffel hinweg.
- Nutzbare Markenassets: Wallpaper, Bitmoji-Outfits und Lenses sind nicht nur Werbung, sondern Bestandteile der App-Nutzung.
- Private Kommunikation als Touchpoint: Chat-Wallpapers bringen die Kampagne in Gespräche zwischen Freunden, nicht nur in öffentliche Feeds.
Das ist besonders relevant, weil Social-Marketing zunehmend schwerer nur über Impressions zu bewerten ist. Snapchat versucht parallel, die Messung von Kampagnen mit seiner Unified Attribution für App-Werber zu verbessern.
Auch der größere Creator- und Social-Markt verändert sich. Marken hinterfragen aktuell stärker Creator-Preise und die Messbarkeit von Influencer-Kampagnen. Interaktive Plattformformate können deshalb interessant sein, wenn eine Kampagne nicht nur Reichweite, sondern tatsächliche Nutzung und Wiederholung erzeugen soll.
Wer Snapchat als Creator-Kanal betrachtet, findet außerdem in unserem Überblick, wie Snapchat und andere Plattformen Creator 2026 bezahlen.
Kein Beweis für Kampagnenerfolg
Snap und HBO Max haben bislang keine Leistungsdaten für die Harry-Potter-Aktivierungen veröffentlicht. Die Zahl der Lenses und die Größe der Partnerschaft sagen deshalb noch nichts darüber aus, wie viele Nutzer tatsächlich teilnehmen oder ob die Kampagne Abos für HBO Max erzeugt.
Die Kampagne ist trotzdem ein gutes Beispiel dafür, wohin Plattform-Marketing geht: weg vom einzelnen Werbemittel und hin zu einer Reihe von Formaten, die möglichst tief in die jeweilige Plattform integriert sind.
