Zoom baut seine „Zoom Ahead“-Kampagne aus und setzt dabei auf Comedy, um die Marke stärker als KI- und Arbeitsplattform zu positionieren. Der neue Spot „Zoom Got It Done“ mit Kate McKinnon startete am 14. September 2026 und läuft laut Zoom über lineares Fernsehen, Connected TV, Out-of-Home, digitale Kanäle und Social Media.
Im Zentrum steht ein Problem, das viele bekannte Softwaremarken haben: hohe Bekanntheit, aber ein enges Produktbild. Zoom ist für viele Nutzer weiterhin vor allem die Videocall-App aus der Pandemiezeit. Die neue Kampagne soll zeigen, dass das Unternehmen inzwischen deutlich mehr verkaufen will – von KI-Agenten und automatisierter Notizfunktion bis zu Contact Center und Produktivitäts-Tools.
Kate McKinnon spielt die Chefin, die Zoom abschaffen will
Im Spot spielt Kate McKinnon eine überzeichnete CEO, die ihr Team auffordert, Zoom zu „zerstören“. Die Pointe: Jeder Versuch führt stattdessen vor, was die Plattform inzwischen erledigen kann. So wird aus einer klassischen Feature-Liste eine Sketch-Comedy-Struktur.
Produziert wurde der Spot gemeinsam mit No Notes Productions, der Produktionsfirma von Colin Jost. Die Kampagne knüpft an den vorherigen „I Use Zoom!“-Spot mit Bowen Yang an. Zoom beschreibt die neue Botschaft als „conversation to completion“: Gespräche sollen nicht nur stattfinden, sondern mit Hilfe von KI direkt in Folgeaufgaben, Zusammenfassungen, E-Mails und weitere Workflows übergehen.
Zooms offizielle Ankündigung nennt unter anderem AI Agents, automatisierte Notizen, Contact Center und eine Produktivitätssuite. Adweek berichtet zusätzlich, dass Zoom bewusst Comedy nutzt, um die Wahrnehmung als reine Meeting-Marke aufzubrechen.
Warum das für B2B-Marketing interessant ist
Gerade im B2B-Tech-Marketing ist die Versuchung groß, neue Funktionen über Produktgrafiken, Feature-Listen und abstrakte KI-Begriffe zu erklären. Zoom dreht das Prinzip um: Die Produktbreite bleibt Teil der Botschaft, wird aber in eine leicht erzählbare Handlung verpackt.
Das ist für Marketer aus zwei Gründen interessant. Erstens lässt sich eine bekannte Marke damit neu positionieren, ohne ihren bisherigen Markenkern komplett abzuschneiden. Zweitens zeigt die Kampagne, wie sich komplexe KI-Funktionen über eine einfache kreative Idee verständlich machen lassen, statt jede einzelne Funktion separat zu erklären.
Ein ähnliches Muster zeigt sich derzeit auch bei anderen Marken, die KI nicht als abstrakte Technologie, sondern über einen konkreten Nutzen verkaufen. Bei Instacart steht etwa der KI-Assistent Clementine direkt im Einkaufsworkflow, während Autodesk in seiner Kampagne bewusst Menschen statt KI zum Helden macht. Für B2B-Teams ist außerdem relevant, dass sich die Ansprache von Entscheidern verändert: Eine LinkedIn-Studie zu B2B-Marketing und Gen Z sieht kurze Videoformate und glaubwürdige Expertenstimmen weit vorne.
Die Kampagne läuft nicht nur im TV
„Zoom Got It Done“ debütierte im Umfeld von Monday Night Football und wird anschließend über TV, CTV, OOH, Digital und Social weitergeführt. Zur größeren „Zoom Ahead“-Plattform gehören laut Unternehmen außerdem Creator-Partnerschaften, neue Branded-Content-Formate und das MLB-Sponsoring von Zoom.
Damit ist der Spot mehr als ein einzelner Promi-Werbefilm. Zoom versucht, aus der eigenen Bekanntheit als Videocall-Marke eine breitere B2B-Erzählung zu bauen: Nicht mehr nur Gespräche ermöglichen, sondern Arbeit nach dem Gespräch erledigen.
Quellen: Zoom Newsroom, 14. September 2026, Adweek: „Zoom and Colin Jost Make the Case for B2B Comedy“.
