Lohnt sich der Kauf von Likes?
Likes sind der einfachste Einstieg in gekaufte Interaktion — das stimmt sogar. Was dabei fehlt, sind belastbare Zahlen: Einen Preis nennt kaum ein Anbieter, eine Mindestmenge nennt so gut wie keiner, und ob die Zusagen im Angebotstext von den Feldern der Bestellschnittstelle gedeckt sind, prüft praktisch niemand. Genau das steht hier: 4.417 bestellbare Einträge aus 25 Panel-Katalogen, mit Grundpreis, Mengengrenzen und Datum.
Sinnvoll ist ein Kauf dort, wo die Zahl selbst das Produkt ist. Ein Beitrag mit einer sichtbaren Handvoll Reaktionen wirkt anders als einer mit keiner einzigen, und dieser erste Eindruck lässt sich für sehr wenig Geld verändern. Das ist eine ehrliche Beschreibung dessen, wofür diese Ware taugt.
Der Nachteil sitzt in derselben Kennzahl. Instagram entscheidet über die weitere Ausspielung eines Beitrags anhand der Interaktionsquote — also des Verhältnisses aus Reaktionen und erreichten Konten. Gekaufte Likes erhöhen den Zähler, gekaufte Konten sehen sich danach aber nichts weiter an; die Quote, an der die Verteilung hängt, verschiebt sich damit kurzfristig nach oben und danach zuverlässig nach unten, sobald der Beitrag an ein größeres Publikum geht, das nicht reagiert.
Dazu kommt eine Besonderheit, die Likes von jeder anderen Leistung unterscheidet: Die Zahl ist abschaltbar. Instagram lässt jeden Kontoinhaber die Anzeige der Like-Zahl unter dem eigenen Beitrag ausblenden, und viele tun das. Ein Kauf, der auf den Eindruck bei Besuchern zielt, kauft in diesem Fall eine Zahl, die niemand außer dir zu sehen bekommt — die eigene Auswertung zeigt sie weiterhin.
Für die eigene Analyse gilt derselbe Einwand wie bei Followern, nur schärfer. Die Interaktionsquote ist die Kennzahl, an der du ablesen willst, ob ein Format funktioniert. Wenn ein Teil der Reaktionen bestellt ist, misst sie nichts mehr, und der Fehler lässt sich später nicht herausrechnen.