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Social Rocket

Amazon lässt Alexa per SMS einkaufen – und testet Werbung im Chat

Alexa for Shopping nimmt in den USA jetzt Bestellungen per Textnachricht an. Amazon testet Sponsored Products im Chat – während Shop Direct auch externe Händler anbinden soll.

Von Social Rocket Redaktion

Dieser Text wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Quellen sind unten verlinkt.

Offizielle Amazon-Demo: Alexa for Shopping erstellt per Textnachricht aus einem Lasagne-Rezept einen Warenkorb
Amazon

Amazon bringt seinen KI-Einkaufsassistenten Alexa for Shopping ab dem 6. November 2026 in Textnachrichten. Zunächst können ausgewählte Nutzer in den USA per Einladung einkaufen, indem sie dem Kontakt „Alexa Shopping“ eine Nachricht oder ein Foto schicken. Der Assistent sucht Produkte, vergleicht Angebote, füllt den Warenkorb und kann Bestellungen auslösen. Für Marken ist besonders spannend, wo künftig gesponserte Produktempfehlungen in dieser Unterhaltung auftauchen.

Aus dem Chat wird ein Einkaufskanal

Statt eine Shopping-App zu öffnen, kann ein Kunde künftig beispielsweise ein Rezept fotografieren und die Zutaten bestellen lassen. Alexa for Shopping merkt sich Vorlieben, kann frühere Bestellungen wiederholen, einen Preisverlauf über bis zu zwölf Monate anzeigen und auf Wunsch einen Kauf bei Erreichen eines Zielpreises automatisch auslösen. Begonnene Gespräche sollen zwischen Textnachricht, Amazon-App, Website und Alexa-Geräten weiterlaufen.

Amazon verschickt die ersten Einladungen in den USA seit dem 6. November. In den folgenden Wochen sollen Millionen weitere Nutzer Zugang erhalten. Ein Starttermin für die neue Textfunktion in Deutschland wurde nicht genannt.

Die Besonderheit liegt weniger in der SMS selbst als in der Dauerbeziehung: Amazons Kontakt bleibt auf dem Smartphone, selbst wenn der Kunde gerade nicht aktiv im Shop unterwegs ist. Später sollen auch Versandmeldungen, Bestellstatus und Angebote im selben Nachrichtenverlauf landen.

Sponsored Products kommen in die Antwort – nicht in den automatischen Kauf

Laut Digiday will Amazon bei Produktempfehlungen, die Alexa per Text zurückschickt, auch Sponsored Products ausspielen. Für Werbetreibende sollen die Platzierungen im neuen Nachrichtenkanal zunächst kostenlos sein. Käufe, die der Agent selbstständig anhand einer vorher gesetzten Regel erledigt, sollen dagegen ohne Anzeigen stattfinden.

Für Media-Buyer ist das ein neuer, enger Werbeplatz: Ein Nachrichtenfenster präsentiert nur wenige Vorschläge zugleich. Entscheidend wird deshalb, welches Produkt die KI überhaupt in ihre Auswahl nimmt und wie Amazon eine Anzeige gegenüber organischen Empfehlungen kennzeichnet und misst.

Dabei muss man zwischen dem neuen SMS-Test und bereits etablierten Alexa-Werbeformaten unterscheiden. Amazons Sponsored Products- und Sponsored Brands-Prompts sind in den USA schon seit dem 25. März 2026 regulär verfügbar und werden per Cost-per-Click abgerechnet. Für diese Prompts gibt es Berichte über Impressionen, Klicks, Bestellungen, Werbekosten und ROAS. Die kostenlose Testphase bezieht sich laut Digiday auf die neue Platzierung in Textnachrichten, nicht auf das gesamte konversationelle Werbegeschäft.

Das ist die nächste Etappe einer Entwicklung, die Srocket bereits bei Amazons Branded Conversations beschrieben hat: Marken erhalten zunehmend Zugang zu einem Gespräch, in dem die Kaufentscheidung unmittelbar entsteht.

Amazon will auch Produkte anderer Händler in Alexa sichtbar machen

Zeitlich passt die Textfunktion zu einer zweiten Ankündigung: Am 4. November stellte Amazon seinen Shop Direct Merchant Workspace vor. Über das kostenlose Portal können berechtigte Händler ihren Produktkatalog für Shop Direct bereitstellen – einschließlich Anbindung über Feed-Dienstleister wie Feedonomics, Salsify, CEDCommerce und VersaFeed oder über die Selling Partner API.

Dadurch kann Alexa for Shopping Produkte entdecken, die gar nicht direkt bei Amazon verkauft werden. Käufer werden für den Checkout zum Händler weitergeleitet oder nutzen bei geeigneten Produkten den agentischen Dienst „Buy for Me“. Für externe Shops bleiben Warenbestand, Preis und Produktbeschreibungen damit entscheidende Datenquellen – auch wenn die erste Produktsuche künftig in Amazons Chat stattfindet. Shop Direct ist derzeit für US-Kunden verfügbar.

Das verschärft eine Frage aus unserem Vergleich von ChatGPT, Google und Amazon als Shopping-Gatekeepern: Wer wird sichtbar, wenn der Assistent eine kurze Produktauswahl zusammenstellt, statt eine lange Trefferliste anzuzeigen?

Worauf deutsche Marken und Händler achten sollten

Drei Aufgaben zeichnen sich schon jetzt ab: Produktdaten sauber halten, damit KI-Assistenten Merkmale und Varianten zuverlässig unterscheiden können; gesponserte und unbezahlte Empfehlungen getrennt messen; und eigene Checkout- und Kundendaten nicht aus dem Blick verlieren, wenn die Produktsuche auf fremden Plattformen beginnt.

Dass dieser Markt relevant ist, zeigen Amazons eigene Zahlen: Mehr als 400 Millionen Kunden nutzten Alexa for Shopping nach Unternehmensangaben in den vergangenen zwölf Monaten. Im dritten Quartal erreichte Amazons Werbegeschäft 19,6 Milliarden Dollar Umsatz – mehr dazu in unserer Auswertung der Amazon-Ads-Quartalszahlen.

Die neue SMS-Funktion ist noch ein begrenzter US-Test. Für Marketer liefert sie aber bereits ein konkretes Szenario: Die Produktempfehlung wandert aus dem Suchergebnis in eine persönliche Unterhaltung, und die Werbefläche folgt ihr.

Quellen: Amazon: Text-to-Shop-Ankündigung vom 6. November · Amazon: Shop Direct Merchant Workspace vom 4. November · Amazon Ads: Sponsored Prompts · Digiday: Anzeigen in Alexa-Textnachrichten.