Instagram macht den nächsten Schritt vom Smartphone in Richtung Wohnzimmer: Instagram for TV ist in den USA inzwischen auf Samsung Smart TVs, Google TV und Amazon Fire TV verfügbar. Parallel testet Meta neue TV-Funktionen wie Stories auf dem großen Bildschirm, Reel-Casting vom Smartphone und einen eigenen Bereich für horizontale Videos. Längerfristig sollen auch längere Creator-Videos, episodische Serien und Live-Formate auf dem Fernseher folgen.
Die Erweiterung hat Meta am 22. Juni 2026 im offiziellen Newsroom angekündigt. Wichtig für deutsche Nutzer: Die aktuelle TV-App ist weiterhin auf die USA beschränkt. Einen Termin für Deutschland nennt Meta bislang nicht.
Instagram for TV läuft jetzt auf drei großen TV-Plattformen
Nach dem Start auf Amazon Fire TV Ende 2025 und der Erweiterung auf Google TV im Februar 2026 ist Instagram for TV nun auch auf Samsung Smart TVs ab Modelljahr 2020 verfügbar. Meta zufolge deckt die App damit in den USA die Mehrheit der Connected-TV-Geräte ab.
Die TV-Oberfläche sortiert Reels in interessenbasierte Kanäle. Zusätzlich testet Meta das direkte Casting gespeicherter Reels vom Smartphone, Stories auf dem Fernseher und einen Bereich für horizontale Videos.
Damit nähert sich Instagram stärker einer Lean-back-Nutzung an, die bisher vor allem mit YouTube und klassischen Streaming-Angeboten verbunden war. Wie weit dieser Wandel bereits bei YouTube geht, zeigen wir in unserem Beitrag zu Connected TV und YouTube-Marketing.
Längere Videos, Serien und Live sollen folgen
Meta nennt drei Formate, die für Instagram for TV weiter erprobt werden:
- längere Creator-Videos,
- episodische Serien über mehrere Folgen,
- Live-Inhalte auf dem Fernseher.
Das ist für Creator und Marken interessanter als die reine Geräte-Erweiterung. Instagram würde damit nicht nur kurze vertikale Reels auf einen größeren Bildschirm spiegeln, sondern stärker Inhalte fördern, die bewusst für längere Sitzungen und wiederkehrende Formate produziert werden.
Social Media Examiner ordnet die Entwicklung in einem aktuellen Praxisbeitrag zu neuen Instagram-Reichweitenformaten ebenfalls als Signal ein, dass Instagram über die klassische Mobile-Nutzung hinausgeht.
Was das für Marken bedeutet
Für deutsche Marketing-Teams besteht aktuell kein Grund, die Content-Produktion auf TV umzustellen. Die App ist hierzulande noch nicht verfügbar und Meta beschreibt mehrere der neuen Formate ausdrücklich als Tests beziehungsweise geplante Erweiterungen.
Trotzdem lohnt sich die Entwicklung als strategisches Signal: Wenn Instagram mehr Video auf den Fernseher bringt, gewinnen horizontal produzierte Inhalte, Serienlogik und längere Creator-Formate potenziell an Bedeutung. Marken, die bereits YouTube, Podcasts oder wiederkehrende Video-Serien produzieren, könnten vorhandenes Material künftig leichter über weitere Screens ausspielen.
Parallel baut Meta auch die Bezahl- und KI-Schicht rund um Instagram aus. Dazu passt unser Überblick zu Meta AI Core, AI Premium und Instagram Plus. Für die wirtschaftliche Seite von Creator-Plattformen findest du außerdem unseren Vergleich dazu, wie YouTube, TikTok, Instagram und Co. Creator bezahlen.
Der relevante Punkt ist deshalb weniger „Instagram kommt morgen auf deutsche Fernseher“, sondern: Meta behandelt Instagram zunehmend als Video-Plattform für mehrere Screens statt ausschließlich als Smartphone-App.
