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Social Rocket

Meta, TikTok und Google klagen gegen Kaliforniens Verbot süchtig machender Feeds

Kalifornien will Endlos-Scrollen, Autoplay und lernende Feeds für Unter-16-Jährige einschränken. Meta, TikTok und Google klagen gegen AB 1709.

Von Social Rocket Redaktion

Dieser Text wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Quellen sind unten verlinkt.

Kalifornisches Kapitol in Sacramento
Foto: Josh Hild / Unsplash

Kalifornien will Endlos-Scrollen, Autoplay und verhaltensbasierte Empfehlungsfeeds für unter 16-Jährige weitgehend untersagen. Google, Meta und TikTok haben deshalb am 4. November 2026 getrennte Klagen gegen das Gesetz Assembly Bill 1709 eingereicht. Ab dem 1. Januar 2027 soll die Regelung gelten – sofern ein Gericht sie nicht vorher stoppt.

Der Streit dreht sich um mehr als Jugendschutz. Es geht um die Kernmechanik großer Social-Media-Plattformen: Algorithmen wählen Inhalte aus, verlängern die Nutzungsdauer und schaffen damit auch Werbekontakte. Genau diese Mechanik will Kalifornien für jüngere Nutzer begrenzen.

Was Kalifornien konkret einschränken will

AB 1709 wurde am 10. September 2026 von Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnet. Das Gesetz adressiert Funktionen, die gezielt zur längeren Nutzung animieren können, darunter:

  • Endloses Scrollen, bei dem fortlaufend neue Beiträge nachgeladen werden.
  • Automatisches Abspielen von Videos.
  • Personalisierte, lernende Feeds, die das Nutzungsverhalten auswerten, um Menschen länger in einer Anwendung zu halten.

Betroffene Plattformen müssen angemessene Maßnahmen zur Altersfeststellung vorsehen. Für unter 16-Jährige sollen die genannten Funktionen eingeschränkt werden. Werden sie nicht entsprechend angepasst, könnte eine Plattform den Zugang für diese Altersgruppe beschränken müssen.

Damit setzt das Gesetz am Produktdesign an – anders als Regeln, die ausschließlich die Ausspielung bestimmter Werbeanzeigen oder die Speicherung persönlicher Daten erfassen.

Warum drei Plattformkonzerne klagen

Die Verfahren wurden laut Reuters und Associated Press bei verschiedenen Bundesgerichten in Kalifornien eingereicht. Die Unternehmen berufen sich auf den First Amendment, der in den USA die Meinungs- und Ausdrucksfreiheit schützt, sowie auf Section 230, eine zentrale Haftungsregel für Online-Plattformen.

Ihre Argumentation: Der Staat greife in die Entscheidung ein, welche Inhalte in welcher Reihenfolge präsentiert werden. Außerdem würden technische Schutzmaßnahmen der Unternehmen und Entscheidungen der Eltern überlagert. Die kalifornische Generalstaatsanwaltschaft kündigte an, das Gesetz zu verteidigen.

Für Plattformen ist das ein Grundsatzkonflikt. Ein chronologischer Feed funktioniert anders als ein algorithmisch optimierter Feed. Die Wahl zwischen beiden beeinflusst, welche Creator entdeckt werden, wie viel Video konsumiert wird und wie Kampagnen-Reichweite entsteht.

Was das für deutsche Marken und Social-Teams bedeutet

Kalifornisches Recht gilt nicht unmittelbar für deutsche Werbetreibende. Die Debatte ähnelt aber der europäischen Diskussion: Der Digital Services Act untersagt unter anderem profilbasierte Werbung an Minderjährige, wenn die Plattform mit hinreichender Sicherheit weiß, dass ein Nutzer minderjährig ist. Kalifornien geht mit seinen Vorgaben an Endlos-Feeds und Autoplay stärker an die Gestaltung des Nutzungserlebnisses.

Für Marketingteams ist daraus eine konkrete Planungsfrage ableitbar: Wie erreicht eine Marke junge Zielgruppen, wenn personalisierte Feeds weniger Reichweite vermitteln? Denkbar sind größere Bedeutung von aktiver Suche, abonnierten Creator-Formaten und bewusst aufgerufenen Inhalten. Wie stark sich das tatsächlich verschiebt, hängt vom weiteren Rechtsweg und der technischen Umsetzung ab.

Die USA sind damit neben anderen Staaten zu einem wichtigen Testfeld geworden. In Australien stehen soziale Netzwerke wegen der Regeln für unter 16-Jährige unter Druck. Auch Macrons Vorstoß für ein EU-weites Social-Media-Mindestalter zeigt, wie stark das Thema in Europa angekommen ist. Und der Konflikt um Ofcom-Datenforderungen macht deutlich, dass Regulierung zunehmend in die technische Funktionsweise von Plattformen eingreift.

Der nächste Termin ist der 1. Januar 2027. Bis dahin entscheidet sich vor Gericht, welche Teile des kalifornischen Gesetzes wie geplant starten können.

Quellen: Gesetzestext und Verfahrensstand zu AB 1709, Reuters vom 5. November 2026, Associated Press vom 5. November 2026.