Meta macht seine KI-Strategie auf der Connect 2026 deutlich greifbarer: Der persönliche Agent Muse soll in den kommenden Monaten auf Meta AI Glasses kommen, neue Ray-Ban- und Meta-Modelle erweitern das Portfolio und Meta Ray-Ban Display kann in Deutschland ab sofort vorbestellt werden. Die Verfügbarkeit startet laut Meta am 13. Oktober 2026.
Der zentrale Schritt ist dabei nicht nur neue Hardware. Meta verlegt Muse zunehmend aus App und Desktop in Geräte, die dauerhaft im Alltag getragen werden können. Der Agent soll auf den AI Glasses sehen können, worauf Nutzer schauen, darauf reagieren und passende Aktionen auslösen – etwa Produkte erkennen, Preise und Bewertungen einordnen oder Einkaufsaufgaben per Sprache erledigen.
Muse wird zum Assistenten auf der Brille
Meta hatte Muse bereits als persönlichen KI-Agenten für Smartphone, Desktop und Web aufgebaut. Auf der Connect kündigte das Unternehmen nun den nächsten Schritt an: Muse kommt auf AI Glasses und soll dort freihändig per Sprache nutzbar sein.
Für den Marketing- und Commerce-Kontext ist vor allem wichtig, dass Meta die Zahl der angebundenen Dienste weiter erhöht. Neben Shopify nennt das Unternehmen unter anderem Walmart, Best Buy, American Eagle Outfitters, Gap, Sephora, Ulta und Wayfair sowie Shop Pay und PayPal für Zahlungen. Expedia und Instacart sollen zusätzliche Reise- und Einkaufsfunktionen liefern.
Damit wächst Muse von einem reinen Chat-Assistenten zu einer transaktionalen Schicht zwischen Nutzer, Plattform und Händler. Genau diesen Konflikt zwischen offenen Commerce-Schnittstellen und Plattformkontrolle haben wir bereits in unserem Beitrag zu Meta Muse, Shopify und Amazons Blockade eingeordnet.
Meta baut AI Glasses deutlich breiter aus
Parallel erweitert Meta sein Brillen-Portfolio. Neu sind unter anderem Ray-Ban Meta Audio, die ersten reinen Audio Glasses des Unternehmens, sowie Ray-Ban Meta Gen 3 mit schlankerem Design, längerem Akku und verbessertem Mikrofon-Setup. Bis Ende 2026 will Meta mehr als 100 Varianten über Ray-Ban, Oakley und Meta Glasses anbieten.
Hinzu kommen neue Meta-Glass-Modelle und Kollaborationen, darunter eine Kollektion mit LISA von Blackpink. Meta positioniert die Geräte damit zunehmend nicht nur als Tech-Produkt, sondern als Wearable-Kategorie mit Mode-, Audio-, Kamera- und KI-Funktionen.
Für Deutschland ist vor allem die Ausweitung von Meta Ray-Ban Display relevant: Das Modell kann seit dem 24. September in Deutschland vorbestellt werden und soll ab 13. Oktober verfügbar sein. Meta nennt außerdem Frankreich und Italien als neue europäische Märkte.
Shopping rückt näher an die Hardware
Für Marketer ist die Connect weniger wegen einzelner Brillenmodelle interessant als wegen der Richtung dahinter. Wenn ein KI-Agent Produkte direkt in der Umgebung erkennt, Händlerdaten einbindet und Kaufaktionen auslösen kann, entsteht eine neue Oberfläche zwischen Discovery, Empfehlung und Transaktion.
Das passt zu Metas größerer Strategie, KI tiefer in seine Produkte und Geschäftsmodelle einzubauen. Mit Meta One bündelt der Konzern bereits KI-Funktionen und Premium-Features in Abos; gleichzeitig wächst die Automatisierung auch im Werbegeschäft, wie unser Überblick zu Meta Ads und KI-Creatives zeigt.
Noch ist offen, wie schnell sich Brillen als relevante Commerce-Oberfläche durchsetzen. Klar ist aber, dass Meta KI nicht mehr nur als App-Funktion denkt: Muse läuft als Agent auf Smartphone, Desktop und Web, während das zugrunde liegende Muse-Spark-Modell Meta AI auch in WhatsApp, Instagram, Facebook und Messenger antreibt. Mit den AI Glasses kommt nun ein weiterer Geräte-Typ als Zugangspunkt hinzu.
Meta VR Glasses kommen 2027
Auch VR bleibt Teil der Strategie. Meta hat neue Meta VR Glasses vorgestellt, die rund 100 Gramm wiegen und im Frühjahr 2027 für 1.299,99 US-Dollar erscheinen sollen. Rechenleistung und Akku sitzen in einem separaten Puck, während die Brille selbst Display und Sensorik übernimmt.
Meta verspricht damit Kino-, Workspace- und Gaming-Funktionen in einem deutlich leichteren Formfaktor als bei Quest 3. Für Srocket bleibt jedoch vor allem die Verbindung mit Muse interessant: Auch hier soll der Agent Teil der Bedienung und Navigation werden.
