Eine neue ANA-Untersuchung zeigt, wo die größten Reibungsverluste im Influencer-Marketing entstehen: 67 Prozent der befragten Werbetreibenden nennen die Erfolgsmessung als besonders schwierig. Gleichzeitig sehen 60 Prozent bei Verträgen und Verhandlungen Möglichkeiten, unnötige Ausgaben zu reduzieren. Die Association of National Advertisers veröffentlichte ihren Report am 27. August 2026. Die Ergebnisse wurden im Oktober von Marketing Dive eingeordnet.
Kleine US-Stichprobe, große operative Fragen
Nach der detaillierten Analyse von PPC Land beantworteten 78 Marketingverantwortliche aus ANA-Mitgliedsunternehmen die Kernfragen der Erhebung zwischen Juni und Juli 2026. Die Stichprobe ist nicht repräsentativ für deutsche Agenturen oder den gesamten Markt. Der Report betrachtet 13 Arbeitsschritte und nennt 37 Empfehlungen.
Die Trennung ist wichtig: Ein hoher Anteil der Befragten empfindet Messung als schwierig; daraus folgt nicht automatisch, dass zwei Drittel aller Creator-Kampagnen wirtschaftlich scheitern.
Vor dem Kampagnenstart Ziele und Rechte klären
Views, Reichweite und Engagement werden zwischen Plattformen unterschiedlich definiert. Die bereits bekannte IAB-Debatte um Creator-Messstandards zeigt, warum die Vergleichbarkeit leidet. Wer Verkäufe statt Aufmerksamkeit erreichen will, braucht andere KPIs und möglichst Tests zur zusätzlichen Wirkung, nicht bloß last-click-attribuierte Umsätze.
Beim Vertrag entscheidet sich zudem, ob erfolgreiche Creator-Posts später als Paid Ads, auf Websites oder im Handel eingesetzt werden dürfen. Werden Laufzeit, Kanäle, Exklusivität und Nutzungsrechte erst im Nachhinein geklärt, können Verzögerungen und neue Kosten entstehen. Dazu passt unser Überblick über Creator-Usage-Rights.
Auch die Aufschlüsselung von Creator-Honoraren und Agenturleistungen sollte von Anfang an dokumentiert werden, statt sich auf eine einzige Paketpauschale zu verlassen. Mehr dazu erläutert unser Beitrag über Transparenz bei Agenturgebühren.
Was deutsche Teams mitnehmen können
Ein schlankes Briefing sollte Ziel, Messmethode, Rechteumfang, Kennzeichnungspflichten und sämtliche Kosten vorab definieren. Für Werbung in Deutschland gilt außerdem der Leitfaden der Medienanstalten zur Werbekennzeichnung.
Der Kern der ANA-Ergebnisse: Messprobleme lassen sich nicht allein durch neue Dashboards lösen. Klare Ziele, vollständige Kosten und schriftlich vereinbarte Rechte sind ebenso wichtig.
