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KI-Wahlwerbung: 187 Millionen Dollar für 289 US-Spots – Labels hinken hinterher

Wesleyan zählt 289 KI-gestützte politische Anzeigen und 187 Millionen Dollar Werbeausgaben. Was die Kennzeichnungslücke und neue EU-Regeln für Marketingteams bedeuten.

Von Social Rocket Redaktion

Dieser Text wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Quellen sind unten verlinkt.

Smartphone mit Wahlaufkleber als Symbolbild für politische Creator-Kommunikation
Foto: appshunter.io / Unsplash

Bei den US-Midterms 2026 haben Kampagnen und politische Gruppen mehr als 187 Millionen US-Dollar für Werbung mit KI-generierten oder KI-bearbeiteten Inhalten ausgegeben. Das Wesleyan Media Project zählt in seiner Auswertung vom 29. Oktober 289 unterschiedliche Anzeigen. Der Befund ist für Werbetreibende auch jenseits der Politik interessant: Künstliche Intelligenz hat die Produktion von Kampagnenmaterial verändert – während die Transparenz über seinen Einsatz hinterherhinkt.

Innerhalb von zwei Wochen kamen rund 50 Millionen Dollar hinzu

In der vorherigen Auswertung vom 15. Oktober hatten die Forschenden noch 220 KI-unterstützte Anzeigen mit mehr als 137 Millionen Dollar Werbeausgaben erfasst. Zwei Wochen später waren es 69 zusätzliche Motive und mindestens 50 Millionen Dollar mehr. Zum Vergleich: Für den gesamten US-Wahlzyklus 2024 hatte das Projekt weniger als 50.000 Dollar für entsprechende Spots identifiziert.

Erfasst werden Anzeigen, in denen KI Inhalte vollständig erzeugt oder einzelne Bestandteile bearbeitet hat – vom synthetischen Bild bis zur Manipulation vorhandenen Materials. Die genannten Millionen sind Ausgaben für die Verbreitung dieser Werbung, nicht die Kosten der KI-Produktion.

90 Prozent der Ausgaben kamen aus dem republikanischen Lager

Nach der jüngsten Wesleyan-Auswertung stammen 169 Millionen der 187 Millionen Dollar, also gut 90 Prozent, von republikanischen Kandidaten, Parteigremien oder nahestehenden Gruppen. Sie verantworten 82 Prozent der identifizierten Motive; auf demokratische Akteure entfallen 13 Prozent. Die Daten wurden aus AdImpact-Werbeausgaben, Kennzeichnungen, Berichterstattung und der Prüfung von Werbemotiven zusammengeführt.

Gerade der Unterschied zwischen Motivzahl und Ausgaben ist aufschlussreich: Für die Reichweite zählt nicht nur, wie viele Spots eine Kampagne produziert, sondern wie intensiv sie diese ausspielt. Das gesamte US-Wahlwerbebudget von knapp 11,9 Milliarden Dollar und die Verschiebung zu Connected TV zeigen, in welchem Umfeld diese KI-Kampagnen konkurrierten.

Kennzeichnung bleibt der Schwachpunkt

Bei der Oktober-Zwischenauswertung trugen nur 27 Prozent der damals erfassten 220 KI-Anzeigen einen Hinweis auf den KI-Einsatz. Die jüngere Veröffentlichung enthält keine entsprechend aktualisierte Quote. Das Wesleyan-Team geht zudem davon aus, dass unauffällige KI-Bearbeitungen in seiner Erhebung fehlen.

Für Marken ist der Punkt praktisch: Ein technisch perfekter Spot kann auf Social Media in Sekunden verbreitet werden; seine Herkunft und Bearbeitung sollten ebenso schnell erkennbar sein. Gerade bei realistisch wirkenden Stimmen, Gesichtern und Aussagen ist eine eindeutige Freigabe- und Kennzeichnungsroutine wichtiger als die nächste Produktionsabkürzung.

In Deutschland gelten andere Spielregeln

In der EU ist seit dem 10. Oktober 2025 die Verordnung zur Transparenz und zum Targeting politischer Werbung vollständig anwendbar. Politische Anzeigen müssen unter anderem Auftraggeber, Ausgaben und gegebenenfalls Zielgruppeninformationen transparent machen. Am 12. Oktober 2026 startete die EU-Kommission außerdem eine Pilotversion des europäischen Online-Werbearchivs. Die vorgeschriebenen Angaben zur politischen Werbung und ein Hinweis auf KI-generierte Inhalte erfüllen dabei unterschiedliche Transparenzaufgaben.

Für deutsche Social-Media-Teams kommt hinzu, dass Meta politische Werbung in der EU eingestellt hat. Wer politische Botschaften über Creator, andere Plattformen oder eigene Kanäle verbreitet, muss deshalb die konkrete Werbeform und ihre Kennzeichnungspflichten sauber auseinanderhalten. Wie schwierig das bei bezahlten Influencer-Posts wird, zeigt unser Blick auf die politischen Creator-Kampagnen der Midterms.

Die wesentliche Marketing-Lehre ist nicht, auf KI-Creatives zu verzichten, sondern Produktion, Freigabe, Dokumentation und Ausspielung gemeinsam zu planen. Ein schnellerer Creative-Prozess gewinnt an Wert, wenn Teams gleichzeitig kontrollieren können, welches Motiv in welcher Fassung auf welchem Kanal läuft. Auch TikToks Wahl-Sicherheitsmaßnahmen mit KI-Labels zeigen, wie eng Creative-Fragen inzwischen mit Plattformregeln verzahnt sind.

Quellen: Wesleyan Media Project, 29. Oktober 2026 · Wesleyan Media Project, 15. Oktober 2026 · EU-Kommission · ADWEEK-Kommentar vom 5. November