Creator werden für LinkedIns Werbegeschäft immer wichtiger. Im jüngsten Geschäftsquartal stieg die Zahl der Anzeigen mit Creatorn laut LinkedIn um 63 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Klassische bezahlte Videoanzeigen legten um 25 Prozent zu. Gleichzeitig verbrachten Mitglieder 15 Prozent mehr Zeit mit Inhalten auf der Plattform.
Die neuen Zahlen kommen direkt aus der LinkedIn-Führung
Die Werte veröffentlichte LinkedIn-Chef Daniel Shapero am 29. Oktober 2026 im Zusammenhang mit den Microsoft-Quartalszahlen. In seinem öffentlichen LinkedIn-Video sprach er von einer beschleunigten Nutzung des Feeds und einem positiven Effekt auf das Anzeigengeschäft.
Die Zahl registrierter Mitglieder liegt nach Angaben der Plattform mittlerweile bei mehr als 1,4 Milliarden weltweit. Das ist die Größe des Mitgliedernetzwerks, nicht die Zahl der monatlich aktiven Nutzer. Für Marketer ist die Kombination aus steigender Nutzungszeit und wachsenden Anzeigenformaten aussagekräftiger als die reine Mitgliederzahl.
B2B-Werbung wird persönlicher
Werbung im LinkedIn-Feed bestand lange vor allem aus Unternehmensbotschaften, Lead-Formularen und Stellenanzeigen. Creator Ads erweitern dieses Modell: Marken können die Reichweite von Menschen nutzen, deren Fachwissen und Perspektiven beim Publikum bereits bekannt sind. Das können Branchenexperten, Führungskräfte oder spezialisierte Creator sein.
Im Kern geht es um Glaubwürdigkeit und Themenkompetenz. Ein Produktvideo aus dem Unternehmensaccount konkurriert unmittelbar mit einem Beitrag einer Person, der die Zielgruppe schon folgt. LinkedIn hat dafür seine Creator-Discovery-Funktionen im B2B-Marketing erweitert. Auch die Regeln für Honorare, Rechte und Kennzeichnung werden relevanter, wie unser Beitrag zu den Preisen gesponserter LinkedIn-Posts zeigt.
Video ist längst nicht mehr nur ein Zusatzformat
Das Plus von 25 Prozent bei Paid Video passt zu LinkedIns Bestreben, den Feed stärker auf Video und regelmäßige Nutzung auszurichten. Der Vorteil für Marken liegt dabei nicht allein in zusätzlichen Videoaufrufen: Kurze Erklärstücke, Fachgespräche und persönliche Erfahrungsberichte können komplexe B2B-Themen greifbarer machen. Eine LinkedIn-Studie zum Gen-Z-B2B-Marketing unterstreicht die Rolle von Experten und kurzen Videos bei jüngeren Zielgruppen.
Die Plattform baut gleichzeitig andere Erlöswege aus. Shapero berichtete von 121 Prozent Wachstum bei Premium Company Pages und 25.000 Organisationen, die LinkedIns KI-gestützte Recruiting-Produkte verwenden. Microsoft selbst hat mit der neuen Segmentstruktur seine separate LinkedIn-Umsatzberichterstattung verändert; die konkreten Werbezahlen stammen aus Shaperos Plattform-Update.
Was deutsche Unternehmen jetzt testen sollten
Für B2B-Teams liegt der praktikabelste Einstieg in einer klar umrissenen Zusammenarbeit: eine fachlich passende Persönlichkeit, ein gutes Thema, ein Video oder Beitrag und ein konkretes Kampagnenziel. Danach lässt sich messen, ob Reichweite, qualifizierte Kontakte oder Nachfrage entstehen. Wer bereits mit Experten arbeitet, kann organisch erfolgreiche Inhalte gezielt verlängern, statt jedes Mal eine neue Unternehmensanzeige zu produzieren.
LinkedIns neue Monetarisierungsangebote für Creator zeigen, dass die Plattform für diese Partnerschaften auch wirtschaftliche Anreize schaffen will.
LinkedIns neueste Zahlen sind ein Signal für das B2B-Marketing: Die Unternehmensseite bleibt wichtig, doch Personen mit fachlicher Stimme nehmen bei der bezahlten Verbreitung einen immer größeren Platz ein.
Quellen: Daniel Shapero, LinkedIn-Update vom 29. Oktober 2026; Microsoft, Q1 FY2027, 28. Oktober 2026; Social Media Today, LinkedIn-Auswertung.
Bild: LinkedIn for Marketing, offizielles Motiv zu Thought Leader Ads.
