Starbucks verkauft in der Weihnachtssaison 2026 nicht nur Kaffee, sondern zunehmend Sammelobjekte. Nach einer weltweiten Peanuts-Kollektion mit Snoopy bringt die Kette in den USA am 10. November neue Bearista-Glasbecher in Überraschungsboxen heraus. Der Originalbecher kehrt am 1. Dezember zurück. Dahinter steht eine Marketingstrategie, bei der der Produkt-Drop selbst zum Anlass für Fotos, Sammlerkommunikation und Besuche in der Filiale wird.
Bearista wird zur Mystery Box
In einer Mitteilung vom 26. Oktober 2026 kündigt Starbucks eine neue Ausgabe seiner Bearista Glass Cold Cups an. Neu ist das Überraschungsprinzip: In der „Surprise Box Edition“ steckt jeweils einer von mehreren Charakterbechern. Die genaue Ausführung wird erst beim Öffnen sichtbar. Die Auflage ist begrenzt, die Aktion beginnt in US-Coffeehouses am 10. November.
Der ursprüngliche Bärenbecher mit grünem Starbucks-Hut war nach seiner Einführung im Vorjahr zu einem viel besprochenen Sammlerprodukt geworden. Er soll am 1. Dezember in ausgewählte US-Filialen zurückkehren. Hier wirken zwei Mechaniken zusammen: Das bekannte Design bringt Wiedererkennung, die verdeckte Variante erzeugt Neugier auf den Inhalt. Für Social Content sind Auspacken, Vergleichen und Tauschen naheliegende Nutzungsmuster – Starbucks nennt in der Ankündigung allerdings keine Reichweiten- oder Absatzprognose.
Snoopy bringt eine zweite Fangemeinschaft an den Tresen
Noch breiter angelegt ist die Zusammenarbeit mit Peanuts. Zum 60. Jubiläum von „It's the Great Pumpkin, Charlie Brown“ startete Starbucks am 15. September eine weltweit angelegte Kollektion mit zehn Produkten: vom Snoopy-Glasbecher mit Woodstock-Strohhalmaufsatz bis zu Plüschfigur, Tasche und Anhänger.
In der offiziellen Kollektionübersicht nennt Starbucks für den Snoopy Glass Cold Cup einen US-Preis von 39,95 Dollar und ein Limit von zwei Stück pro Kunde. Als Märkte werden neben Nordamerika und Asien auch Europa, der Nahe Osten und Afrika genannt. Das bedeutet eine internationale Kampagnenplanung; einzelne Designs und die Verfügbarkeit können je Land und Filiale abweichen.
Für die Marke ist die Zusammenarbeit doppelt attraktiv: Peanuts liefert kulturell bekannte Figuren und saisonale Nostalgie, Starbucks die Verkaufsstellen und ein bereits etabliertes herbstliches Ritual rund um den Pumpkin Spice Latte.
Was Merchandise besser kann als ein klassisches Kampagnenmotiv
Ein limitierter Becher ist ein bezahltes Markenmedium. Käufer tragen ihn durch den Alltag, verschenken ihn oder zeigen ihre Sammlung online. Zugleich entstehen mehrere Kontaktanlässe statt eines einzigen Kampagnenstarts: Ankündigung, Vorfreude, Launch, Ausverkauf und gegebenenfalls Wiederauflage. Ob daraus tatsächlich viel organische Reichweite entsteht, entscheidet die Community – die Mechanik ist jedenfalls von vornherein teilbar.
Starbucks hat die Saison bereits mit dem Pumpkin Spice Latte als Social-First-Ritual aufgebaut. Die Sammlerkollektionen verlängern dieses Thema in physische Produkte. Auch Fantas Ausbau von Halloween zu einer eigenen Markenwelt zeigt, wie saisonale Motive wiederkehrend eingesetzt werden. Und während Disney TikTok Shop als direkten Vertriebskanal nutzt, setzt Starbucks hier auf die Filiale als Ort des nächsten Produktfunds.
Für deutsche Marken ist besonders die Produktarchitektur übertragbar: ein starkes wiedererkennbares Motiv, eine zeitlich klar abgegrenzte Edition und ein nachvollziehbarer Grund, den nächsten Drop nicht zu verpassen. Die US-Termine für Bearista sind dabei ausdrücklich keine angekündigten deutschen Verkaufstermine.
Artikelbild: offizielles Produktfoto des Snoopy Glass Cold Cup aus der Peanuts-x-Starbucks-Kollektion, Starbucks Australia / Peanuts Worldwide; abgebildet ist nicht die Bearista-Edition.
Quellen: Starbucks, Bearista-Ankündigung vom 26. Oktober 2026; Starbucks, Peanuts-Kollektion vom 3. September 2026; Starbucks, Feiertags-Merchandise 2026; ADWEEK, 6. Oktober 2026.
