YouTube wird immer stärker zum Fernsehkanal – und zum Abogeschäft. Im dritten Quartal 2026 stammte mehr als ein Drittel der YouTube-Werbeerlöse aus der Nutzung auf Fernsehern. Gleichzeitig überschritt die Zahl der YouTube-Music- und Premium-Abonnements weltweit die Marke von 150 Millionen, einschließlich Testabonnements. Alphabet machte beide Zahlen beim Quartalstermin am 28. Oktober öffentlich.
YouTube verdient 11,2 Milliarden Dollar mit Werbung
Die Plattform erzielte im Quartal 11,2 Milliarden US-Dollar Werbeumsatz, neun Prozent mehr als im Vorjahr. Damit wächst YouTube weiter, auch wenn das Werbetempo hinter dem vorherigen Quartal zurückblieb. Besonders bemerkenswert ist der Bildschirmwechsel: Laut Google-Werbechef Philipp Schindler entfielen über ein Drittel der Werbeerlöse auf „Living Room“ – also YouTube-Nutzung auf TV-Geräten.
Diese Entwicklung verändert die Planung von Videowerbung. Auf dem Fernseher stehen längere Sehsitzungen, gemeinsame Nutzung und andere Nutzungsgewohnheiten im Vordergrund als beim Scrollen durch Shorts. Für Marken wird es deshalb wichtiger, kreative Ideen sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem großen Bildschirm überzeugend umzusetzen.
Die Zahlen stammen direkt aus dem offiziellen Alphabet-Earnings-Call vom 28. Oktober 2026. Wie sich die TV-Nutzung auf Werbeformate auswirkt, haben wir bereits im Guide zu YouTube und Connected TV in Deutschland erklärt.
Mehr als 150 Millionen YouTube-Music- und Premium-Abos
YouTube baut parallel seine Einnahmen durch direkte Nutzerzahlungen aus. Alphabet meldete über 150 Millionen Abonnements für YouTube Music und Premium, wobei kostenlose Testphasen mitgezählt werden. Im März 2025 hatte Google 125 Millionen genannt. Im größeren Alphabet-Geschäftsbereich „Subscriptions, Platforms and Devices“ stiegen die Umsätze um elf Prozent auf 14,3 Milliarden Dollar; dazu tragen neben YouTube auch andere Produkte bei.
Für Creator ist dieser Mix interessant: YouTube kombiniert klassische Anzeigen, Mitgliedschaften, Premium-Nutzung, Shopping und weitere Erlöswege. Unser Bericht zu YouTube-Microdramas und Kanalmitgliedschaften zeigt, wie die Plattform serielle Inhalte direkt mit zahlenden Communities verknüpfen will.
Shorts, Serien und Fernseher wachsen zusammen
Im September stellte YouTube bei Made on YouTube 2026 neue Serienfunktionen für Shorts vor. Episoden lassen sich in zusammenhängenden Reihen organisieren, während Funktionen auf dem Fernseher die Interaktion mit Creatorn erleichtern sollen. Die offizielle Made-on-YouTube-Übersicht verbindet diese Änderungen mit KI-Werkzeugen und neuen Möglichkeiten für Live- und Serienformate.
So entstehen auf einer Plattform zwei unterschiedliche Rezeptionssituationen: schnelle Entdeckung über Shorts und längere Sehzeiten im Wohnzimmer. Das eröffnet Marken zusätzliche Wege für Kampagnen, macht aber auch eine bewusstere Aufteilung von Produktionsformaten und Budgets nötig. Welche neuen Anzeigenformate auf Shorts hinzukommen, steht in unserem Überblick zu Google Demand Gen.
Für Media-Teams ist die Richtung eindeutig: YouTube muss längst zugleich als Social-Video-Plattform, Streaming-Angebot und Abo-Ökosystem geplant werden. Wer nur mobile Views betrachtet, lässt einen immer größeren Teil des Geschäfts außen vor.
Quellen: Alphabet, offizieller Q3-Earnings-Call vom 28. Oktober 2026; Alphabet, Q3-Finanzzahlen; YouTube, Made On YouTube 2026; Social Media Today, Berichterstattung.
Symbolbild: Jonas Leupe / Unsplash.
