YouTube vereinte im August 2026 nach Comscore-Messung 44,4 Prozent der auf US-Fernsehgeräten erfassten Streaming-Werbezeit auf sich. Tubi folgte mit 11,6 Prozent, Hulu mit 8,5 Prozent. Die Zahlen aus dem am 21. Oktober 2026 gestarteten Score Report zeigen, wo Zuschauer Werbung sehen konnten – nicht, welche Plattform die meisten Käufer erreicht oder den höchsten Return on Ad Spend bietet.
Erst die Grundgesamtheit verstehen
Die offizielle Comscore-Mitteilung unterscheidet klassisches US-Broadcast-TV (43,2 Prozent), Kabel-TV (34,5 Prozent) und Streaming (22,3 Prozent) als Anteile der gesamten gemessenen TV-Werbeexposition. YouTubes 44,4 Prozent beziehen sich nur auf den Streaming-Anteil. Rechnerisch entspricht das knapp zehn Prozent der gesamten erfassten TV-Werbezeit – nicht 44,4 Prozent aller Fernsehwerbung.
Comscore meldet für Streaming einen Anstieg des Anteils an der gesamten erfassten TV-Werbezeit von 16,1 Prozent im August 2025 auf 22,3 Prozent im August 2026. Digiday beschreibt den neuen Bericht als Gegenstück zu Reichweiten- und Sehdauermessungen. Die neue Kennzahl berücksichtigt die Zeit, in der Werbung ausgespielt und auf dem TV-Gerät gesehen wird.
Was in dem Messwert fehlt
Laut Comscore-Methodik zählt der Report Fernsehgeräte im Haushalt, nicht Smartphones, Tablets oder Desktop-Rechner. Werbung, die über YouTube TV einen linearen US-Sender überträgt, wird außerdem dem jeweiligen Sender zugerechnet. Die Kennzahl misst weder Inventar, Reichweite, Anzeigenanzahl, Werbeausgaben noch Conversion-Wirkung.
Für deutsche Kampagnen bedeutet das: Die US-Rangliste ist ein Signal zur Bedeutung von Connected TV, aber keine Budgetempfehlung für Deutschland. Bei eigenen YouTube-Kampagnen sollten TV-Platzierungen, mobile Aufrufe, Zielgruppenreichweite und Frequenz getrennt ausgewertet werden. Unser Hintergrundstück erklärt, wie YouTube zum TV-Kanal wird.
Konsequenz für den Media-Mix
Mehr Werbeexpositionszeit kann aus einer größeren Zuschauerschaft, längerer Nutzung werbefinanzierter Inhalte oder einer höheren Werbelast resultieren. Deshalb sollte eine Mediaplanung die neue Kennzahl zusammen mit Netto-Reichweite, Zielgruppenüberschneidungen, Brand Lift und – bei Performance-Zielen – inkrementellen Conversions prüfen. Zu den Messstandards gehören auch unsere Einordnungen zur CIMM-Taskforce für TV-Messung und zur Zertifizierung von Comscore, iSpot und VideoAmp.
Symbolbild: Jonas Leupe / Unsplash.
