Zum Inhalt springen
Social Rocket

TV-Messung: Comscore, iSpot und VideoAmp bleiben JIC-zertifizierte Währungen

Der US Joint Industry Committee hat Comscore, iSpot und VideoAmp laut Adweek für 2026 bis 2028 erneut zertifiziert. Für Werbekäufer bleibt wichtig: JIC-Zertifizierung und MRC-Akkreditierung sind nicht dasselbe.

Von Social Rocket Redaktion

Dieser Text wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Quellen sind unten verlinkt.

Kontrollraum mit vielen Bildschirmen als Symbol für TV- und Streaming-Messung
Foto: Ana Garnica / Unsplash

Der US-amerikanische Joint Industry Committee (JIC) hat Comscore, iSpot und VideoAmp laut Adweek für den Zeitraum 2026 bis 2028 erneut als TV-Messwährungen zertifiziert. Für den US-Markt ist das ein weiteres Signal, dass sich der Einkauf von TV- und Streaming-Werbung dauerhaft in Richtung eines Multi-Currency-Modells bewegt.

Für Marketer ist allerdings eine Unterscheidung entscheidend: Eine JIC-Zertifizierung bestätigt Transaktionsreife, ist aber nicht dasselbe wie eine methodische Akkreditierung durch den Media Rating Council (MRC).

Was die JIC-Zertifizierung eigentlich bestätigt

Der U.S. Joint Industry Committee wurde von Medienkäufern und Videoanbietern gegründet, um gemeinsame Anforderungen für moderne, plattformübergreifende Messwährungen zu definieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Daten stabil, transparent und praktisch genug sind, damit Käufer und Verkäufer darauf planen, Preise festlegen und Kampagnen abrechnen können.

Bereits bei der vorherigen Zertifizierungsrunde wurden Comscore, iSpot und VideoAmp anhand von Transaktionsfähigkeit und Datenqualität geprüft. Die offizielle JIC-Dokumentation beschreibt außerdem Mid-Term-Audits als Pflicht, wenn zertifizierte Anbieter ihre Methodik oder Currency-of-Record-Daten verändern.

Comscore erhielt 2025 die volle JIC-Zertifizierung über Haushalte, personifizierte Demografie und Advanced Audiences. iSpot hatte seine Zertifizierung bereits 2024 über alle vom JIC geprüften Währungskategorien erhalten.

JIC ist nicht MRC – und genau das ist wichtig

Die neue Rezertifizierung sollte nicht mit einer unabhängigen MRC-Akkreditierung gleichgesetzt werden. Die beiden Verfahren beantworten unterschiedliche Fragen.

Der JIC bewertet vor allem, ob ein Messprodukt für reale Markttransaktionen geeignet ist. Der MRC prüft Messdienste dagegen in einem separaten Audit- und Akkreditierungsverfahren. Der MRC veröffentlicht dafür den aktuellen Akkreditierungsstatus einzelner Services – entscheidend ist also immer das konkrete Produkt, nicht nur der Anbietername.

Das ist 2026 besonders relevant, weil VideoAmp sein laufendes MRC-Akkreditierungsverfahren im Sommer zurückgezogen und eine Neubewertung für 2027 angekündigt hat. Das wurde unter anderem von Ad Measurement Weekly dokumentiert. Gleichzeitig weist Comscore aktuell MRC-Akkreditierung für Teile seiner nationalen und lokalen TV-Messung aus. Der Status einzelner Produkte kann also deutlich voneinander abweichen.

Für Werbekäufer folgt daraus eine einfache Regel: Nicht nur den Namen des Messanbieters prüfen, sondern genau das Produkt und den Use Case, auf dem ein Deal basiert.

Warum mehrere TV-Währungen überhaupt gebraucht werden

Lineares Fernsehen, Streaming und Connected TV werden zunehmend gemeinsam geplant. Genau dadurch wird die alte Vorstellung einer einzigen universellen Reichweitenwährung schwieriger.

Mehrere zertifizierte Anbieter schaffen Wettbewerb bei Methodik, Datenquellen und Messmodellen. Gleichzeitig steigt aber der Aufwand, Zahlen zwischen Systemen zu vergleichen und intern zu erklären, warum zwei Anbieter für dieselbe Kampagne unterschiedliche Ergebnisse liefern können.

Ähnliche Standardisierungsprobleme sehen wir inzwischen auch außerhalb von TV. Im Creator Marketing fehlen weiterhin konsistente Definitionen und Vergleichsmetriken – unser Überblick zu Creator-Messung und IAB-Standards zeigt das gleiche Grundproblem aus einem anderen Kanal.

Bei Retail Media verschiebt sich die Diskussion ebenfalls von bloßer Reichweite zu belastbarer Wirkung. Das zeigen sowohl die AAM-Zertifizierung der DoorDash-Incrementality-Messung als auch unsere Analyse zu Retail Media und Brand-Messung.

Was deutsche Marketer daraus mitnehmen sollten

Die JIC-Rezertifizierung ist eine US-Marktentscheidung und kein deutscher Messstandard. Trotzdem ist sie relevant, weil internationale Plattformen, Streaming-Anbieter und Agenturen dieselben Grundfragen auch in Europa lösen müssen: Wie werden lineare und digitale Reichweiten dedupliziert? Welche Daten sind transaktionsfähig? Und wie viel unabhängige Prüfung braucht ein Messsystem, bevor große Budgets darauf basieren?

Für CTV- und Omnichannel-Planung lohnt es sich deshalb, bei jedem Anbieter drei Dinge getrennt abzufragen: Welche Datenquelle steckt dahinter? Welche Zertifizierung oder Akkreditierung gilt für genau dieses Produkt? Und lässt sich die Messung mit anderen Kanälen konsistent zusammenführen?

Der Markt bewegt sich damit nicht auf eine einzige neue Währung zu. Er bewegt sich auf mehrere geprüfte Währungen mit klareren Regeln für Vergleichbarkeit und Nutzung zu.

Quellen