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Chase und TOGETHXR: Frauen-Sportmarketing jenseits klassischer Liga-Werbung

Chase nutzt TOGETHXR-Events, Podcasts und Karten-Vorteile für Frauen-Sportfans. Die Strategie zeigt, warum Community-Zugang und offizielle Ligarechte zwei verschiedene Dinge sind.

Von Social Rocket Redaktion

Dieser Text wurde KI-gestützt erstellt und vor der Veröffentlichung redaktionell geprüft. Alle Quellen sind unten verlinkt.

TOGETHXR auf einem Event für Frauen-Sportfans
TOGETHXR

JPMorganChase baut seine Ansprache von Frauen-Sportfans über die Medien- und Communitymarke TOGETHXR aus. Statt ausschließlich klassische Liga-Werbeflächen zu buchen, verknüpft die Bank Veranstaltungen, Podcast-Inhalte und Vorteile für Kartenkunden. Auf der Advertising Week in New York erläuterte das Unternehmen am 7. Oktober 2026, wie es mit solchen Aktivierungen neue Zielgruppen erschließen will.

Für Marken ist daran vor allem die Unterscheidung zwischen Sponsoringrechten und tatsächlichem Community-Zugang interessant. Eine Liga-Partnerschaft, die Rechte für Logos und Spielstätten eröffnet, erreicht nicht automatisch alle Fans eines Sports. Medienmarken, Athletinnen und Creator können zusätzliche Kontaktpunkte bieten.

TOGETHXR macht das Sportevent zur eigenen Medienplattform

TOGETHXR ist eine Medien- und Commerce-Marke für Frauensport, mitbegründet von Alex Morgan, Sue Bird, Chloe Kim und Simone Manuel. Ihr Konzept verbindet redaktionelle Formate mit Merchandising, Podcasts und Events für Fans.

Beim TOGETHXR House vom 3. bis 5. April 2026 in Phoenix gab es nicht nur Watch-Partys rund um das College-Basketball-Finalwochenende. Das offizielle Programm dokumentiert einen von Chase präsentierten Talk mit Tiffany Hayes, Swin Cash und Aneesah Morrow über Verträge und finanzielle Perspektiven von Athletinnen. Inhaber einer Chase-Karte erhielten für dieses Panel bevorzugten Zugang und im Merch-Shop einen Sonderrabatt.

Die Mechanik ist konkret: Ein Zahlungsprodukt wird an ein kulturelles Ereignis gekoppelt, während TOGETHXR die Bühne und die bestehende Community liefert. Das unterscheidet sich von bloßem Logo-Sponsoring.

Ohne WNBA-Ligarechte bedeutet nicht ohne Sportpartnerschaften

Laut ADWEEK sagte Tara Bakhle aus dem Sportmarketing von JPMorganChase auf einem Branchenevent, dass der Bank keine klassischen WNBA-Ligarechte für bestimmte Aktivierungen zur Verfügung stünden. Das erklärt den Wert von Aktionen abseits offizieller Liga-Flächen.

Daraus darf allerdings nicht gefolgert werden, Chase sei im Frauensport ohne Rechtepartner unterwegs. Bereits am 14. April 2026 hatte die Spielerinnengewerkschaft WNBPA eine mehrjährige Kooperation mit JPMorganChase bekannt gegeben. Dabei geht es um finanzielle Bildung und Beratungsangebote für Spielerinnen über Teams und Karrierephasen hinweg. Chase ist also Partner der Spielerinnenorganisation, was etwas anderes ist als ein Sponsoringvertrag mit der WNBA als Liga.

Hinzu kommt eine globale olympische Bankenpartnerschaft, die Chase im April mit dem IOC vereinbarte. Die Marke baut folglich ein Portfolio unterschiedlicher Sportkontakte auf, während TOGETHXR besonders für den Zugang zur Fan-Community steht.

Der Podcast verlängert das Event über den Spieltag hinaus

TOGETHXR und iHeartMedia haben im Juli 2026 den wöchentlichen Audio- und Videopodcast „Everyone Watches Women’s Sports“ gestartet. Die offizielle Ankündigung vom 7. Juli nennt als Gesichter unter anderem Ari Chambers, Jordan Chiles und Sam Jay.

Bei einem weiteren TOGETHXR-Event während des WNBA-All-Star-Wochenendes in Chicago kamen laut ADWEEK Live-Podcast, Vorverkaufsrechte für Chase-Kartenkunden und eine VIP-Veranstaltung für Vermögensverwaltungskunden zusammen. Ein Podcast wird damit zur wiederkehrenden Medienbeziehung, während das Live-Event ein exklusives Erlebnis ergänzt.

Das ist eine andere Art der Creator-Monetarisierung als eine einmalige Sponsored Story. Ähnliche Ansätze greifen wir in unserer Analyse auf, wie Athletinnen selbst zu Medien- und Creator-Marken werden. Auch CarMax verbindet sein WNBA-Engagement mit Creator-Förderung.

Die Marktdaten erklären das Interesse, aber nicht den ROI dieser Kampagne

Der kommerzielle Hintergrund ist erheblich: Deloitte prognostizierte im April 2026 für den globalen professionellen Frauensport mindestens drei Milliarden US-Dollar Umsatz im Gesamtjahr. Davon sollen 45 Prozent auf kommerzielle Einnahmen wie Sponsoring, Partnerschaften und Merchandising entfallen, 30 Prozent auf Spieltage und 25 Prozent auf Übertragungen.

Diese Branchenprognose ist kein Nachweis, dass Chase mit TOGETHXR wirtschaftlich erfolgreicher wirbt als über Liga-Sponsoring.

JPMorganChase selbst beziffert die Überschneidung zwischen WNBA- und NBA-Kartentransaktionen nach eigener Auswertung laut ADWEEK auf nur fünf bis sechs Prozent. Ohne veröffentlichte Stichprobe und Messdefinition lässt sich daraus jedoch keine allgemeine Überschneidungsquote der beiden Fan-Communities ableiten. Die Zahl beschreibt zunächst eine unternehmenseigene Transaktionsanalyse.

Was deutsche Marken aus dem Modell ableiten können

Bei Sponsoringentscheidungen lohnt es sich, drei Dinge getrennt zu bewerten: offizielle Markenrechte, redaktionelle Reichweite und Zugang zu einer engagierten Community. Je nach Ziel kann ein offizieller Rechtevertrag nötig sein – etwa wenn Liga-Logos oder Spielaufnahmen genutzt werden sollen. Ein Creator- oder Medienpartner kann hingegen eigene Veranstaltungen, Inhalte und Fanbeziehungen mitbringen.

Für deutsche Teams stellt sich insbesondere die Messfrage: Welche Kontakte kommen zusätzlich zur vorhandenen Reichweite hinzu, welche Vorteile führen tatsächlich zu Registrierungen oder Käufen, und wie werden Kosten für Event, Produktion, Creator und Media gegeneinander gerechnet? Dazu passt unsere Einordnung, warum Sponsoring zunehmend zur dauerhaften Markenplattform wird.

Die Zusammenarbeit zeigt, wie Frauensport zu einer eigenständigen Medien- und Marketingkategorie wird. Ob das Geschäftsmodell im einzelnen Fall erfolgreich ist, entscheidet nicht die Anzahl prominenter Namen, sondern der nachweisbare Zugang zu Menschen, die über klassische Werbewege schwerer zu erreichen sind.

Quellen